AMÖ, BGL, BDO, BWVL, DSLV und SVG: Verbände gründen neues Versorgungswerk

Mit der „MobilitätsRente“ schaffen die Verkehrsverbände attraktive Angebote bei Altersvorsorge sowie Kranken- und Unfallversicherung für alle Unternehmen in den Bereichen Spedition und Logistik, Lagerhaltung, Güterverkehr, Entsorgung und Personenbeförderung. Das gemeinsame „Versorgungswerk der Verkehrswirtschaft e.V. (VVW)“ bündelt die bisherigen Einzelaktivitäten der Verbände zur sozialen Absicherung der Beschäftigten ihrer Branchen und trägt dazu bei, die bestehenden Leistungen zu stärken und den Umfang der betrieblichen Altersversorgung zu erhöhen.

Breites Angebot an Vorsorgelösungen

Im neuen Versorgungswerk VVW verschmelzen das bestehende Versorgungswerk Transport, Spedition und Logistik Deutschland e.V. (TSL) und das SVL Versorgungswerk des Straßenverkehrs- und Logistikgewerbes e.V.. Unternehmen der Güter- und Personenverkehrsbranche können ab sofort aus dem breiten Produktportfolio der exklusiven Versicherungspartner Allianz und R+V Versicherung auswählen.

Im VVW werden wie bisher Direktversicherung, Pensionszusage und Unterstützungskasse für die Altersvorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung angeboten, neu hinzu kommen künftig Zeitwertkonten, Unfallversicherung und betriebliche Krankenversicherung. Die in den Versorgungswerken TSL und SVL bereits bestehenden Altersvorsorge-Verträge werden ohne Nachteile für die Beschäftigten unverändert fortgeführt.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, sinkenden Rentenniveaus sowie anhaltenden Fachkräftemangels können den Beschäftigten der Verkehrsbranchen durch den Abschluss von Gruppenversicherungsverträgen besonders attraktive Konditionen bei Altersvorsorge sowie Kranken- und Unfallversicherung angeboten werden.

Als zweite Säule der Ruhestandsvorsorge gewinnt die betriebliche Altersversorgung zunehmend an Bedeutung. Mit der „Mobilitäts-Rente“ setzt die Verkehrsbranche ein Zeichen für die Wahrnehmung der sozialen Verantwortung der Unternehmen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die grundsätzliche Stärkung der betrieblichen Altersversorgung.

Weitere Informationen zum neuen branchenübergreifenden Versorgungswerk unter www.mobilitaetsrente.de.

Branchenweite soziale Absicherung

Träger des neuen Versorgungswerks sind der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e.V., der Bundesverband Möbelspedition und Logistik e.V. (AMÖ), der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. (BDO), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik e.V. (BWVL) sowie die Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr eG (SVG).

Foto: Regina Sablotny

AMÖ und DCC gehen Cross-Mitgliedschaft ein und bündeln Kräfte

Das Daten Competence Center e.V. (DCC) gestaltet und koordiniert als gemeinsame Kommunikations- und Standardisierungsplattform seit mehr als zwei Jahrzehnten den Datenaustausch von Möbelindustrie und -handel. Seit 2016 organisiert es zudem die Brancheninitiative Zimlog, die seit kurzem als eigenständiger DCC-Fachbeirat operiert. Arbeitsschwerpunkt dieses Gremiums ist das anerkannte Nadelöhr in der Wertschöpfungskette Möbel – die Logistik. Um die künftige Arbeit noch effektiver zu gestalten, haben DCC und der Bundesverband Möbelspedition und Logistik e.V. (AMÖ) nun die gegenseitige Mitgliedschaft in ihren Organisationen beschlossen.

Dierk Hochgesang, Hauptgeschäftsführer der Branchenorganisation mit Sitz im hessischen Hattersheim nahe Frankfurt, freut sich, dass nach langen Jahren vertrauensvollem fachlichen Austauschs nunmehr das DCC assoziiertes Mitglied in der AMÖ geworden ist und die AMÖ umgekehrt Mitglied im DCC werden konnte: „AMÖ und DCC arbeiten bereits seit längerem im Rahmen der Zukunftsinitiative Möbellogistik zusammen und bringen jetzt durch die Cross-Mitgliedschaft der Organisationen ihren Willen zum Ausdruck, die Aktivitäten für einen Dialog von Möbelindustrie, Möbelhandel und Möbellogistikern sowie gemeinsamer Initiativen der Branchen enger zu verzahnen.“

„Wir sind überzeugt, dass wir mit der jetzt institutionalisierten Zusammenarbeit eine neue Stufe für die Zimlog, die aus einer Logistik-Initiative der Verbände heraus entwickelt worden war, erreichen. Gegenseitiges Verständnis ist eine wesentliche Voraussetzung, um gute Ergebnisse für alle Beteiligten zu erzielen.“

DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer unterstreicht diese Aussagen: „Mit dem Handelsverband Möbel und Küchen verbindet uns schon länger eine gegenseitige Partnerschaft. Wichtig ist, dass wir jetzt auch mit Blick auf die Möbellogistik die Reihen schließen. Denn Lagerung und Transport von Möbeln sind akute Hotspots: ob Fahrermangel, Wartezeiten oder IT, ob alternative Antriebe, CO2-Bilanz oder Dieselpreise – der langfristige Erfolg der Möbelbranche in Deutschland hängt maßgeblich an einer top-vernetzten, perfekt funktionierenden und hochwertigen Logistik.“

Foto: DCC

Gemeinsame Erklärung: Deutsche Logistikbranche hat ihr Versprechen gehalten!

Die deutsche Logistikbranche hat ihr Versprechen aus dem Gütertransportpakt für Deutschland gehalten. Die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Gesellschaft wurde während der hochkritischen Zeit der Corona-Krise durchweg gewährleistet, die Lieferketten hielten Stand. Die Verbände des Gütertransportpaktes danken daher allen Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre herausragende Leistung in dieser Zeit! Sie danken überdies der Bundesregierung für die unbürokratische Hilfe und die flexible Handhabung aller Ausnahmeregelungen.

Jetzt kommt es darauf an, den langsamen Hochlauf nachhaltig zu gestalten.  Dazu gehört, in der Zeit des Überangebots von Transportkapazitäten fair und solidarisch miteinander umzugehen. Die beste Garantie für einen fairen Wettbewerb ist die Einhaltung des Wettbewerbsrechts. Um die aktuellen Herausforderungen bei der anstehenden Wiederbelebung unserer Wirtschaft sowie mögliche neue Krisen erfolgreich bewältigen zu können, müssen alle Marktteilnehmer im Gütertransportmarkt auf die Einhaltung und staatliche Kontrolle der Marktregeln vertrauen können.

Die Verbände der deutschen Speditions-, Transport und Logistikbranche AMÖ, BIEK, BGL, BWVL und DSLV erklären daher:

Fairness geht vor!

Ein faires Miteinander auf dem Güterverkehrsmarkt in Deutschland ist gekennzeichnet von der Einhaltung des Wettbewerbsrechts. Um den Markt nachhaltig zu schützen und die Leistungsfähigkeit des gesamten Logistiksektors zu erhalten, bekennen sich die Unterzeichner zu fairem Miteinander, rufen alle Marktteilnehmer auf, sich stets von diesem Prinzip leiten zu lassen und appellieren an die Aufsichtsbehörden, ihrer Verpflichtung zur Wahrung und Stärkung des Wettbewerbsmarktes gerecht zu werden.  Damit halten wir auch künftig die Versorgungssicherheit aufrecht.

 

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Positionspapier: Impulse für ein Konjunkturprogramm infolge der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft und die Gesellschaft weltweit vor Herausforderungen gestellt - spürbar selbstredend auch in der überwiegend mittelständisch geprägten deutschen Transport- und Logistikwirtschaft. Um die teils heftigen Folgen abzufedern und die Existenz der Unternehmen auch über die Krise hinaus zu sichern, regen die Verbände AMÖ, BGL und BWVL folgende Maßnahmen für ein Konjunkturpaket an:

Steuern und Abgaben

  • Absenkung der Kfz-Steuer / Schaffung der EU-rechtlichen Voraussetzungen hierfür rückwirkend ab März 2020, da Fahrzeuge durch z.T. 100%-igen Auftragseinbruch vielfach nicht eingesetzt werden konnten
  • Gewerbediesel / Energiesteuererstattung
  • Sonderabschreibungen / Wahlrecht degressive Abschreibung, z.B. bei der Fahrzeuganschaffung
  • Absenkung der Gewerbesteuer mit Unterstützung des Bundes
  • Absenkung der Mehrwertsteuer
  • Erhöhung des Steuerfreibetrages für Arbeitnehmer für 2020 und 2021 um 3.000 Euro.

Förderung

  • Höhere Förderung zur Anschaffung emissionsarmer Nutzfahrzeuge für Straßengüterverkehrsunternehmen (in Ergänzung zum EEN-Programm) durch 100%-igen Mehrkostenkostenausgleich ggü. Verbrennungsmotor mit neuester Schadstoffklasse (Euro VI – Diesel).
  • Höhere Zuschüsse zur Fahrzeugumrüstung mit Bezug Verkehrssicherheit und Umwelt - Sonderprogramm unabhängig von De-Minimis für: Abbiegeassistenten für alle Lkw-Klassen, Umrüstung von Diesel-Lkw auf alternative Antriebe, elektrische Antriebsachse für Auflieger / Rekuperation, aerodynamische Anbauten, energieeffiziente Reifen / Winterreifen, Reifendruckkontrollsysteme, etc.
  • Neues Förderprogramm Fahrergewinnung - alles für einen guten Arbeitsplatz:
    • Umbau Fahrerhaus für mehr Komfort,
    • Verbesserung der Ausstattung für guten und sicheren Fahrerarbeitsplatz, Standklimaanlagen, etc.
  • Förderung Digitalisierung in Unternehmen (Hard- und Software auch für Home-Office) und Fahrzeugen inkl. Qualifikationsmaßnahmen
  • Fortführung / Aufstockung des BAFA-Programms „Förderung unternehmerischen Know-hows“ zur schnellen und unbürokratischen Förderung der Unternehmensberatung
  • Sonderförderprogramm für KV-Equipment i.v.m. Erhöhung der zGM für Sattelzugkombinationen mit kranbaren Aufliegern um grds. 1t
  • Zinslose Kredite bzw. zinsverbilligte Kredite unabhängig von einem Liquiditätsengpass durch Corona auch für 2021
  • Erhöhung Mautharmonisierungsmittel und Übertragung nicht abgerufener Mittel ins Jahr 2021
  • Förderung Betriebshofkonzept Parkplatzbereitstellung (Förderung von privaten Betreibern, um auf Betriebshöfen Lkw-Stellplätze zu schaffen)
  • Förderung von Gas-/ E-Tankstellen auf dem Betriebsgelände

 

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

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Abschaffung Fahrverbot an nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen

In der Covid-19-Krise hat sich die Speditions-, Transport- und Logistikbranche erneut als systemrelevant und als Garant für stabile Lieferketten bewiesen. Dabei hat sich auch gezeigt, dass logistische Prozesse in einem zur Bewältigung der Krise deregulierten Ordnungsrahmen einzel- und gesamtwirtschaftlich deutlich effizienter gestaltet werden können.

Ein Beispiel für eine unnötig enge Regulierung ist die Ergänzung der Feiertagsfahrverbote an bundeseinheitlichen Feiertagen durch Fahrverbote an nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen. Diese behindern die Lieferketten, erschweren unverhältnismäßig die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer und die Planungsaufgaben der Disponenten. Die regional unterschiedlichen Regelungen führen insgesamt zu vermeidbaren sozialen, ökonomischen und ökologischen Belastungen für die Wirtschaft, ihre Beschäftigten und die Gesellschaft.

Die hier genannten Verbände unterstützen deshalb ausdrücklich die Bundesratsinitiative Schleswig-Holsteins zur Aufhebung der Lkw-Fahrverbotsregelung gemäß § 30 Straßenverkehrsordnung (StVO) an den nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen Fronleichnam, Reformationstag sowie Allerheiligen (BR-Drucksache 224/20).

Durch eine Abschaffung der Lkw-Fahrverbots an nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen

  1. werden unnötige Zwangspausen auf überlasteten Autobahnparkplätzen sowohl für Lkw-Fahrer, die in Bundesländern ohne Feiertage beschäftigt sind, als auch für Fahrer, die an der endgültigen Erreichung ihres Heimatortes in einem Bundesland mit Feiertag gehindert werden, vermieden;
  2. werden Staus auf Ausweichstrecken und Überlastungen von Lkw-Parkplätzen während der Feiertage sowie Verkehrsverdichtungen vor und nach Feiertagen aufgelöst;
  3. werden Planungsaufwand und -komplexität der Lieferketten für inländische und ausländische Logistikunternehmen reduziert;
  4. wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft durch einen Abbau von Lieferverzögerungen, Zeitverlusten und Mehrkosten für Industrie, Handel und Logistik mit teilweise systemrelevanten Aufgaben verbessert;
  5. wird die die öffentliche Hand durch Deregulierung und Entbürokratisierung entlastet, weil Verwaltungsressourcen für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen, Transiterlassen etc. entlastet werden;
  6. wird die Speditions- und Logistikbranche bei der Erreichung der Klimaziele unterstützt, indem Emissionen verursachende Umfahrungen um „Feiertagsbundesländer“ unterbleiben.

Die hier genannten Verbände bitten dringend, dem Vorschlag des Landes Schleswig-Holstein im Bundesrat zuzustimmen.

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.

Foto: AdobeStock_POTOGRAPHY MARCUS M

Positionspapier: StVO-Novelle bedarf der Korrektur

Die Logistikverbände AMÖ, BGL, BIEK, BWVL, BSK, DSLV und TD begrüßen die mit der jüngsten StVO-Novelle verfolgte Intention einer Stärkung der schwächeren Verkehrsteilnehmer und einer Verbesserung der Sicherheit der Mobilität. Dies gilt grundsätzlich hinsichtlich des besseren Schutzes von Radfahrern ebenso wie bezüglich der verschärften Sanktionen im Zusammenhang mit der Nichtbildung oder unerlaubten Nutzung von Rettungsgassen. Bei einigen Regelungsgegenständen schießen die Neuregelungen indessen über das angestrebte Ziel hinaus. Folgende Punkte führen nach Ansicht der Verbände für den Wirtschaftsverkehr zu erheblichen Schwierigkeiten und bedürfen baldmöglichst der Korrektur.

Halte- und Parkverbot

Die StVO-Novelle sieht erhöhte Geldbußen insbesondere für das verbotswidrige Parken auf Geh- und Radwegen sowie das nunmehr unerlaubte Halten auf Schutzstreifen und das Parken und Halten in zweiter Reihe vor. Für diese Verkehrsverstöße wurden die Geldbußen auf bis zu 110 Euro erhöht. Bei schwereren Verstößen ist darüber hinaus jetzt der Eintrag eines Punktes in das Fahreignungsregister vorgesehen, wenn durch das verbotswidrige Parken oder Halten in zweiter Reihe und auf Fahrradschutzstreifen oder Parken auf Geh- und Radwegen andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden etc. Die Einstufung des Verstoßes soll durch die zuständigen Behörden vor Ort erfolgen. Diese Neuregelung stellt den Lieferverkehr und die urbane Logistik vor in aller Regel kaum lösbare Probleme, wenn die Anlieferung im innerstädtischen Bereich vorgenommen werden soll. Dies gilt grundsätzlich für die Versorgung der Innenstädte, sei es bei der Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels, der Gastronomie, des Handels mit Waren, bei der Paket- und Warenzustellung für einzelne Haushalte, die Belieferung von Baustellen (die oftmals mit einer geänderten Verkehrsführung einhergehen, die der Fahrer vorher nicht kennen kann), wie auch die Belieferung von Haushalten oder Unternehmen und Behörden mit Heizöl oder Flüssiggas, wo wegen der begrenzten Länge der Füllschläuche ein Parken auf Fahrradschutzstreifen und Gehwegen im städtischen Raum und eine damit einhergehende Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer vielfach unvermeidbar ist und für Umzüge. Durch diese Neuregelung sind die Lkw-Fahrer, deren Job es ist uns tagtäglich eine Ver- und Entsorgung für die Gesellschaft sicherzustellen, ständig der Gefahr ausgesetzt, möglicherweise binnen kurzer Zeit die den Entzug der Fahrerlaubnis auslösenden 8 Punkte im Fahreignungsregister akkumuliert zu haben – und damit die Grundlage für die berufliche Existenz zu verlieren. Ein Verweis allein auf den Opportunitätsgrundsatz ist insoweit nicht zielführend, weil dann gleichwohl zunächst ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen das Fahrpersonal eingeleitet wird, dessen Ausgang ungewiss bleibt. Für die betroffenen Fahrer muss dieses Verfahren letztlich als willkürlich erscheinen, nicht zuletzt, da davon auszugehen ist, dass Verfahren unterschiedlich ausgehen. Insgesamt erscheint diese Sanktionsdrohung unverhältnismäßig. Aus diesem Grund muss zwingend eine Ausnahmeregelung in die Verordnung aufgenommen werden, um diese Missstände unserer bestehenden Infrastruktur nicht zusätzlich zu Lasten der Lkw-Fahrer auszutragen und in der Konsequenz die Versorgung der Bevölkerung unmöglich zu machen.

Sicherheitsabstand von 1,5 bzw. 2 Meter beim Überholen

Die Festlegung eines Sicherheitsabstandes auf mindestens 1,5 m beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer (insb. Radfahrer) innerorts bzw. 2 m außerorts nach § 5 Abs. 4 S. 3 StVO dient aus Sicht der Verbände nicht der Verkehrssicherheit. Die Einhaltung dieser Regelung ist auf Fahrspuren mit Gegenverkehr in vielen Fällen mangels ausreichender Breite der Fahrspur unmöglich und kommt daher einem faktischen Überholverbot gleich. Insbesondere innerorts auf Strecken mit höherem Verkehrsaufkommen stellt ein solches faktisches Überholverbot eine erhebliche Behinderung des Verkehrsflusses dar und führt zur Verunsicherung aller Verkehrsteilnehmer. Die Ersetzung des unbestimmten Rechtsbegriffs „ausreichender Seitenabstand“ durch einen starren Wert führt nicht zur Schaffung von mehr Rechtssicherheit. Die das Kraftfahrzeug Führenden können nicht sicher abschätzen, den Abstand genau einzuhalten. Sinnvoller ist der unbestimmte Rechtsbegriff wie bisher, der von der Rechtsprechung auf einen Mindestabstand „in der Regel“ von 1,5 m innerorts konkretisiert wurde. Diese bisherige Regelung trug dazu bei, dass bei der Beurteilung eines Verstoßes gegen die Abstandsregel den jeweiligen konkreten Umständen des Einzelfalls Rechnung getragen werden konnte. Im Streitfall ist der unbestimmte Rechtsbegriff von den Gerichten voll überprüfbar. Hinzu kommt, dass die neue Regelung keine Ausnahme für die Fälle enthält, bei denen Radfahrende Kraftfahrzeuge bei zähfließendem Verkehr mit sehr langsamen Geschwindigkeiten rechts überholen. § 5 Abs. 4 S. 4 i.V.m. § 5 Abs. 8 StVO bestimmt eine solche Ausnahme lediglich für den Fall von an Kreuzungen oder Einmündungen wartenden (d.h. stehenden) Kraftfahrzeugen. Beschleunigen die Kraftfahrzeuge, so ist eine Einhaltung der Abstandsgebote nach § 5 Abs. 4 S. 3 in vielen Fällen nicht möglich.

Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Die Absenkung der ein 1-monatiges Fahrverbot auslösenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf 21 km/h innerorts und 26 km/h außerorts begegnet ebenfalls Bedenken der Logistikverbände. Ein einmaliges Übersehen eines die innerörtliche Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzenden und möglicherweise verdeckten Schildes kann für die Verkehrsteilnehmer, die mit gut 50 km/h nach eigener Ansicht innerorts zulässig unterwegs sind, bereits zu einem Fahrverbot führen. Die bis zum 27. April 2020 geltende Regelung, die die Grenze bei einer Überschreitung um 31 km/h gesetzt hatte, hatte demgegenüber regelmäßig die Fälle erfasst und sanktioniert, in denen die innerörtliche Regel-Höchstgeschwindigkeit von 50km/h bereits deutlich überschritten war. Auch diese erheblich verschärfte Sanktion verstößt nach Ansicht der Verbände gegen das Verhältnismäßigkeitsgebot. Die neue Fahrverbotsgrenze wird dazu führen, dass wesentlich häufiger als bisher Fahrverbote verhängt werden. Unternehmen, die Wirtschaft und Bevölkerung täglich mit Waren und Gütern aller Art beliefern, würden hierdurch vor dem Hintergrund der zunehmenden Fahrerknappheit vor kaum lösbare Personalprobleme gestellt.

Behördenzuständigkeit

Die Regelungen zur Änderung der örtlichen Zuständigkeit bei Erteilung von Erlaubnissen oder Genehmigungen für den Großraumund Schwerverkehr und bei Ausnahmeerteilungen etwa vom Sonnund Feiertagsfahrverbot wird nachteilige wirtschaftliche Folgen für die Antragsteller wie auch für die Auftraggeberseite haben. Durch die Reduzierung der Zuständigkeiten wird es zu einer Überlastung der hierfür personell nicht ausgestatteten Verkehrsbehörden kommen, was die behördlichen Bearbeitungszeiten erheblich verlängern wird. Dies steht auch im Gegensatz zu den im Koalitionsvertrag (Seite 83, Zeile 3840/3841) festgehaltenen Ziel, die Genehmigungspraxis für den Großraum- und Schwerverkehr zu beschleunigen und zu verbessern. Unser Appell an das BMVI ist, sich dafür einzusetzen, dass zusätzlich zur Behörde am Beginn oder Ende des Transportes wenigstens wieder die Behörde zuständig wird, in deren Bezirk das den Transport durchführende Unternehmen seinen Sitz hat. Mit dieser Formulierung wäre auch gewährleistet, dass der von einigen Akteuren befürchtete sogenannte „Antragstourismus“ nicht eintritt.

CB-Funk

Analog zu der aktuell getroffenen Verlängerung der Übergangsfrist bei Großraum- und Schwertransporten um ein Jahr mit der Begründung der fehlenden technischen Voraussetzung für eine Freisprechanlage bei CB-Funk sehen wir es als notwendig an, diese Übergangsfrist generell auch für alle konventionellen Transporte zu Seite 5/6 verlängern. Gerade auch im Zuge der Auswirkungen der COVID- 19-Pandemie ist der kontaktlose Funkverkehr das wichtige Kommunikationsmittel für unsere systemrelevanten Lkw-Fahrerinnen und Fahrer.

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Logistikbranche fordert verbindliche Perspektiven für emissionsarme Lkw

Die Speditions-, Transport- und Logistikbranche erwartet von der Politik und den Fahrzeugherstellern eine klare Perspektive für die zukunftsfähigen Antriebstechnologien des Straßengüterverkehrs. Die Phase, in der das Ringen der Herstellerindustrie und der Energieanbieter um zukünftige Marktanteile als strategische Ausrichtung gesehen wurde, muss jetzt abgeschlossen werden und verbindlichen Perspektiven für die Logistikbranche weichen. Die Forderung nach Technologieoffenheit darf sich nicht in der bisherigen Henne-und-Ei-Diskussion über die zukünftige Antriebstechnologie erschöpfen. Darin sind sich die Speditions-, Transport- und Logistikverbände AMÖ, BIEK, BGL, BWVL und DSLV einig.

Die Logistikbranche in Deutschland bekennt sich zu den ehrgeizigen Klimazielen 2030. Für deren Erreichen ist die Angebotspalette emissionsarmer und gleichzeitig marktfähiger Nutzfahrzeuge nach heutigem Stand jedoch noch deutlich zu klein. Statt fortgesetzter, teils auch ideologisch geprägter Diskussionen müssen die dringend notwendigen Wachstums- und Konjunkturimpulse für die Wirtschaft in der Nach-Corona-Zeit gleichermaßen gesetzt und mit richtigen Anreizen die Verkehrswende beschleunigt werden. Die Branche braucht jetzt verbindliche Perspektiven sowie Definitionen und Wegmarken des Entwicklungspfades.

Der Beschluss des Bundestags vom 14. Mai 2020, CNG- und LNG-betriebene Nutzfahrzeuge bis zum 31. Dezember 2023 von der Lkw-Maut im Rahmen einer Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes zu befreien, ist deshalb ein richtiges und wichtiges Signal für die Logistikbranche und die Herstellerindustrie. Für diese Brückentechnologie besteht nun Planungssicherheit, wodurch die dringend erforderliche Investitionsbereitschaft in diese Technik steigt.

Für die Zeit danach bedarf es schon bald verbindlicher Signale, welche emissionsarme Technologie den Diesel-Lkw ablöst. Nur so kann die Logistikbranche ihrem Versorgungsauftrag für Industrie, Handel und Bevölkerung und ihrem Klimaschutzbeitrag in den nächsten zehn Jahren gleichzeitig gerecht werden.

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

Foto: ©Thomas Reimer - stock.adobe.com

CNG/LNG: Logistikverbände begrüßen Verlängerung der Mautbefreiung

Die deutschen Logistikverbände begrüßen die gestern vom Bundestagsverkehrsausschuss beschlossene Verlängerung der Mautbefreiung für CNG-/LNG-Fahrzeuge bis Ende 2023. Sie ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Planungssicherheit für Investitionen in alternative Antriebe. Der Einsatz von CNG/LNG liefert als Brückentechnologie und derzeit einzige am Markt verfügbare Diesel-Alternative für schwere Nutzfahrzeuge bereits heute einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor.

Um die für 2030 gesetzten Klimaziele zu erreichen, sind jedoch weitere Antriebstechnologien erforderlich, die beim Einsatz in der systemrelevanten Transportwirtschaft wesentlich umfangreichere Treibhausgasreduktionen ermöglichen. Diese Technologien müssen, um ihr volles Potenzial entfalten zu können, auf die praktischen Erfordernisse im betrieblichen Alltag der Transport- und Logistikunternehmen abgestimmt sein. Hierzu regen die deutschen Logistikverbände zeitnah einen Nutzfahrzeuggipfel im Bundeskanzleramt an.

 

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

 

Foto: Taina Sohlman | stock.adobe.com

AMÖ unterstützt Brancheninitiative #Logistikhilft

#Logistikhilft ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Logistics Alliance Germany (LAG), des Fraunhofer IML und des gemeinnützigen Vereins DocStop/SaniStop. Schirmherren der Initiative sind Bundesminister Andreas Scheuer und der Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger. Ziel der Initiative ist es, alle in Transport und Logistik operativ Tätigen zu unterstützen und damit die Versorgung von Gesellschaft und Wirtschaft sicherzustellen. Dies gilt vor allem mit Blick auf faire und angemessene Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer.

Welchen Auftrag hat #Logistikhilft konkret?

#Logistikhilft soll eine offene Plattform für alle Anbieter und Nachfrager von Transport- und Logistikdienstleistungen sein, die einerseits bereits existierende Hilfsaktionen fördert und andererseits neue Aktionen ins Leben ruft. Ausgangspunkt der Brancheninitiative sind die gewaltigen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Gerade jetzt sind viele Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer in besonderem Maße auf einen lückenlosen Zugang zu sanitären Anlagen (Duschen und WCs) angewiesen. Dies gilt insbesondere an den Be- und Entladestellen, in Umschlaganlagen und Logistikzentren, an Parkplätzen, Autohöfen sowie Tank- und Rastanlagen. Um dies auch abseits der Bundesautobahnen flächendeckend zu ermöglichen und dem Lkw-Fahrpersonal damit angemessene Arbeitsbedingungen garantieren zu können, widmet sich #Logistikhilft in einem ersten Projekt dieser Herausforderung. Darüber hinaus besteht das gemeinsame Grundverständnis darüber, dass #Logistikhilft keine einmalige Aktion darstellt, sondern auch zukünftig denjenigen Unterstützung bieten soll, die sie benötigen.

Die Initiatoren von #Logistikhilft rufen daher alle Akteure aus Handel, Industrie, Straßengüterverkehrswirtschaft, Speditionen, Reedereien, Luftfracht-Carrier, Eisenbahnverkehrsunternehmen, See- und Binnenhäfen, KV-Umschlaganlagen, KEP-Dienstleister, Parkplatzbetreiber, Rast- und Autohofbetreiber, Tankstellenbetreiber sowie alle interessierten Unternehmen und auch Verbände dazu auf, sich zu beteiligen, um die reibungslose Funktionsfähigkeit der gesamten Logistik und der Lieferketten zu unterstützen.

Konzept

Nutzung bestehender Ressourcen

Um die Leistungsfähigkeit der Logistikwirtschaft zu garantieren und dem Prädikat „Logistics made in Germany" gerecht zu werden, sollte zunächst an allen Be- und Entladestellen der Zugang zu sanitären Einrichtungen für Lkw-Fahrpersonal gewährleistet sein. Hier ist jeder Logistikstandort in der Bringschuld, um be- oder entladenden Lkw-Fahrern ein angemessenes Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Darüber hinaus sind alle anderen Akteure aufgerufen, Lkw-Fahrerpersonal nach Möglichkeit einen freien Zugang zu ihren vorhandenen Duschen und WCs zu gewähren. Auf diese Weise können die bereits bestehenden (sanitären) Ressourcen ausgeschöpft und die Situation für das Fahrpersonal bereits deutlich verbessert werden. Hier regt die Initiative an, sich an der Aktion SaniStop – die Hygiene-Aktion von DocStop – zu beteiligen und dort listen zu lassen.

Beschaffung und Aufstellen von Dusch- und WC-Containern

Um an den Stellen, an denen ein Zugang zu sanitären Einrichtungen für Lkw-Fahrpersonal nicht ermöglicht werden kann, einen solchen gleichwohl zu gewährleisten, organisiert die Brancheninitiative ergänzend die Beschaffung und Aufstellung von Dusch- und WC-Containern. Die Abwicklung erfolgt über den Verein DocStop / SaniStop und den BGL.

Finanzierung

Zur Finanzierung haben sich Vertreter aus der Transportwirtschaft, Industrie und Handel bereiterklärt, die Brancheninitiative zu unterstützen. All jene, die sich der Aktion anschließen möchten, sind herzlich aufgerufen, sich einzubringen – ideell, mit Sach- oder Geldzuwendungen. Ein Kuratorium entscheidet über die Verwendung der Mittel und überwacht deren Bestimmungsmäßigkeit. Es tagt unter dem Vorsitz des Koordinators der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Bilger, und setzt sich zusammen aus Vertretern des BGL und der Erstunterstützer.

Hilfskonto:
Kreissparkasse Steinfurt
IBAN:  DE80 4035 1060 0073 1743 44
Kontoinhaber: DocStop e.V.
Betreff: Logistikhilft

Anfragen an: Logistikhilft@bgl-ev.de

Weitere Maßnahmen

Folgende weitere, nicht abschließend zu verstehende Maßnahmen werden von #Logistikhilft zur Umsetzung des Auftrages der Initiative ins Auge gefasst:

  • Beschaffung und Bereitstellung von Atemschutzmasken, Wasch-, Dusch- und Desinfektionsmitteln
  • Versorgung von Fahrpersonal (z.B. Hilfs- / Verpflegungspakete in Stau-Situationen)
  • Vermittlung von Gutscheinen für die Fahrt zum/vom Arbeitsplatz sowie zu nächstgelegenen Sanitäranlagen für Lkw-Fahrpersonal über Taxi- und / oder Mietwagengesellschaften

Lockdown-Exit: Forderungen der Logistik

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sind enorm und werden weitreichende Folgen für die Wirtschaft haben. So prognostizieren die fünf führenden deutschen Wirtschaftsinstitute einen Einbruch des BIP um mindestens 4,2 Prozent. Die Bundesregierung hat in dieser herausfordernden Situation schnell und beherzt reagiert und mit vielen wichtigen und richtigen Maßnahmen der deutschen Wirtschaft unter die Arme gegriffen. Dafür zollt die Logistikbranche der Bundesregierung Respekt und Anerkennung.

Auch in der gegenwärtigen Situation halten die Logistiker die Lieferketten aufrecht und beliefern private Empfänger zuverlässig mit Lebensmitteln, lebenswichtigen Medikamenten sowie weiteren Gütern des täglichen Lebens. Gewerbliche Empfänger erhalten nach wie vor zuverlässig ihre Waren.

Doch Gesellschaft und Wirtschaft können nicht dauerhaft im Krisenmodus verharren. Jetzt ist es notwendig, den Blick nach vorne zu richten und Strategien für eine Wiederbelebung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zu entwickeln, um die volkswirtschaftlichen Schäden so gering wie möglich zu halten und zu verhindern, dass die Abwärtsdynamik noch über die mit der weltweiten Finanzkrise 2009 verbundenen hinausgeht.

Der Schutz der Gesundheit darf nicht den Blick dafür verstellen, dass tiefgreifende wirtschaftliche und ggf. damit verbundene soziale Krisen ebenfalls die Gesundheit und das Leben vieler gefährden. Daher muss unser Gesundheitssystem mit dem wirtschaftlichen Leben im Gleichgewicht funktionsfähig bleiben.

Um die Wirtschaft zurück auf den Pfad einer sich selbst tragenden Dynamik zu bringen, halten wir folgende Rahmenbedingungen für wichtig:

  1. Bund und Länder müssen für den Exit aus dem Lockdown unbedingt einheitliche Regeln und Verfahren erarbeiten, um bundesweit einen möglichst reibungslosen Prozess zu starten.
  2. Sämtliche Maßnahmen müssen umsichtig und verhältnismäßig geplant werden, um die Gefahr eines erneuten Lockdown zu minimieren.
  3. Die verschiedenen Wirtschaftszweige müssen zügig, differenziert und schrittweise sowie unter Beachtung der notwendigen Schutzmaßnahmen reaktiviert werden.
  4. Politik und Wirtschaft sollten die in der Krise freigesetzten Potenziale nutzen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Digitalisierung die Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft steigern kann. Gigabitfähige Netze und ein moderner Regelungsrahmen müssen zügig ausgebaut werden.

Konkret schlagen wir folgende Schritte vor:

  1. Nach und nach müssen weitere Bereiche des Einzelhandels und anderer geeigneter Dienstleitungsbereiche öffnen, um das gesellschaftliche, aber auch das wirtschaftliche Leben wieder in Gang zu setzen. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass wirksame Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung in diesem Bereich recht einfach umsetzbar sind.
  2. Schulen und Kindertagesstätten sollten, soweit epidemiologisch vertretbar, schnellstmöglich geöffnet werden, um zu gewährleisten, dass Eltern ihrer Berufstätigkeit uneingeschränkt nachgehen können.
  3. Unternehmen, die über einen hohen Automatisierungsgrad verfügen, sollten rasch ermutigt werden, den Betrieb wieder aufzunehmen, soweit die Produktionsverfahren und Dienstleistungen mit geringer Ansteckungsgefahr einhergehen.
  4. Dasselbe gilt für Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, die in hohem Maße mit Zulieferbetrieben verflochten sind. Wenn nötig, sollten die Unternehmen Unterstützung dabei erhalten, den Betrieb wieder anzufahren.
  5. Auch Unternehmen mit großer Wertschöpfung sollten politische Rahmenbedingungen vorfinden, die sie bei der Wiederaufnahme des Betriebs fördern. Denn sie schaffen Mehrwert in großem Umfang, aus dem die dringend erforderlichen Investitionen finanziert werden können.
  6. Die Bundesregierung sollte ein Investitionsprogramm zur effektiven Beschleunigung des Gigbabitausbaus und der Förderung von nachhaltigen Antrieben auflegen.

Zuverlässiger Partner

Die Logistikwirtschaft ist stets ein zuverlässiger Partner von Politik und Gesellschaft. Unsere Mitgliedsunternehmen halten Waren und Güter in Bewegung und die Konjunktur am Laufen. Wirtschaft und Politik müssen jetzt gemeinsam an der Überwindung der Krise arbeiten und tragfähige Lösungen finden. Dafür ist es erforderlich, die Logistikbranche weiterhin in den laufenden Abstimmungsprozess einzubinden.

 

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AMÖ unterstützt Webportal „Gemeinsam Handeln“

Vor dem Hintergrund struktureller Ungleichgewichte in einzelnen Transportsegmenten – z. B. Überkapazitäten in der Automobillogistik und überproportionaler Bedarf im Lebensmittelbereich – ist es dringend nötig, Transportangebot und -nachfrage zu „matchen“.

Um die Funktionsfähigkeit der Lieferketten auch weiterhin flächendeckend zu ermöglichen, haben die Logistikverbände AMÖ, BGL, BIEK, BWVL und DSLV eine Zusammenarbeit mit dem Handelsinstitut EHI und dem Handelsverband Deutschland (HDE) e.V. vereinbart. Die beiden Handelsorganisationen hatten – ähnlich wie zuvor die Landwirtschaft – am vergangenen Donnerstag das Webportal „Gemeinsam Handeln“ gestartet. Ursprünglich für die Marktpersonalsuche von Handelsunternehmen vorgesehen, wurde das Portal nun um die Suche nach Logistikkapazitäten erweitert. Handelsunternehmen, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie kurzfristig und zeitlich begrenzt Kapazitäten suchen, werden mit Unternehmen mit freien Fahrzeugen, Lagerflächen und verfügbarem Logistikpersonal vernetzt. Ganz entscheidend: „Gemeinsam handeln“ soll ausdrücklich keine bereits bestehenden Plattformen zur Personalakquise ersetzen, sondern ist als Tool für die schnelle und unkomplizierte gegenseitige Hilfe während der Corona-Krise beschränkt und neutral!

Teilnahme an der Plattform

Um an der Plattform „Gemeinsam Handeln“ teilzunehmen, können sich interessierte Handelsunternehmern an das EHI und den HDE, interessierte Logistikunternehmen an ihre Branchenverbände wenden.

Die beteiligten Logistikverbände sprechen dem EHI und dem HDE einhellig ihren Dank für die rasche Anbindung des Transport- und Logistikbereichs auf der Plattform und die ausgesprochen pragmatische Unterstützung zur rechten Zeit aus.

Umzugsspeditionen stehen an der Seite ihrer Kunden

Das Ende des ersten Quartals ist ein Datum, zu dem viele Menschen ihren Umzug geplant haben. Aufgrund der aktuellen Situation durch die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 ist bei vielen Kunden die Unsicherheit groß, ob der Umzug wie geplant stattfinden kann.

„Umziehende müssen sich derzeit wegen ihres Umzugs keine Sorgen machen“, stellt Dierk Hochgesang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. fest. Das gilt jedenfalls für Umzüge, die innerhalb Deutschlands geplant sind. Die von der Bundesregierung im Einvernehmen mit den Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 bewertet der Verband als sehr wichtig, dennoch können die Möbelspeditionen im Regelfall auch unter den veränderten Bedingungen weiterarbeiten. Es gelten zwar Einschränkungen und Auflagen, die selbstverständlich auch die Möbelspeditionen bei der Durchführung ihrer Aufträge einhalten, die Leistungen können aber dennoch erbracht werden.

AMÖ-Umzugsprofis springen auch kurzfristig ein

Umziehende, die für ihren Umzug bereits einen Auftrag an eine Möbelspedition erteilt haben, dürfen darauf vertrauen, dass dieser auch ausgeführt wird. Personen, die geplant hatten, mit der Hilfe von Freunden und Familie umzuziehen, müssen jetzt teilweise feststellen, dass dies möglicherweise nicht realisiert werden kann. Auch diesen Personen kann häufig noch kurzfristig geholfen werden, da teilweise Unternehmen ihre geplanten Firmenumzüge aufgrund der besonderen Situation auf unbestimmte Zeit verschoben oder ganz abgesagt haben. Für neue Aufträge ist allerdings eine stärkere Zuarbeit der Umziehenden zur Ermittlung des Aufwandes erforderlich.

Der Verband der Möbelspediteure weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es bei der Durchführung der Umzüge zu einigen ungewöhnlich erscheinenden Maßnahmen kommen kann. Die Unternehmen müssen die möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Kunden und die ihrer Mitarbeiter und deren Familien zu schützen. Dadurch kann auch teilweise ein höherer Aufwand entstehen, der bei der Vereinbarung des möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Kunden und die ihrer Mitarbeiter und deren Familien zu schützen. Dadurch kann auch teilweise ein höherer Aufwand entstehen, der bei der Vereinbarung des Auftrags noch nicht absehbar war. Auch können die Möbelspediteure teilweise die eingesetzten Verpackungsmaterialien aus Gründen der Hygiene nicht mehr zurücknehmen. Diese müssen ggf. anschließend vom Kunden selbst entsorgt werden.

Da auch die Unternehmen die Vorgaben zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Virus sehr ernst nehmen und einhalten, kann es bei der Durchführung des Umzugs einige Änderungen zum ursprünglich geplanten Ablauf geben. Hochgesang bittet dafür um Verständnis. „Die Gesundheit unserer Kunden und unserer Mitarbeiter in den Möbelspeditionen und ihrer Familien ist für uns ebenso wichtig wie unser Beitrag, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.“

Hochgesang weist darauf hin, dass es bei Umzügen in andere Länder allerdings zu gravierenden Problemen kommt. In viele europäische Länder sind Umzüge derzeit nicht möglich. Ganz besonders gilt dies für Überseeumzüge. Falls solche Umzüge geplant sind, sollten sich die Umziehenden möglichst zeitnah mit ihrer Möbelspedition abstimmen, um sinnvolle Lösungen zu finden.

Empfehlungen für Umziehende

Der Verband empfiehlt umziehenden Kunden, mit eigenen Maßnahmen zum reibungslosen Ablauf des Umzugs auch unter den gegenwärtigen erschwerten Bedingungen beizutragen.

  • Wenn Sie selbst oder Mitglieder Ihrer Familie bzw. des unmittelbaren Umfeldes selbst eine Infektion erlitten haben oder ein Verdacht besteht, oder Angehörige des Haushaltes sich in letzter Zeit in einer dem vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Regionen aufgehalten haben, informieren Sie unbedingt im Vorfeld Ihren Möbelspediteur. Dieser wird mit Ihnen prüfen, ob der Umzug wie geplant stattfinden kann, oder ob eine Verschiebung des Umzugstermins in diesem Fall sinnvoller ist.
  • Da auch die Mitarbeiter in den Verwaltungen derzeit teilweise nur eingeschränkt arbeiten können, kann es sein, dass Halteverbotszonen für den Umzugs-Lkw nicht wie geplant eingerichtet werden können. In diesem Fall wird Ihr Möbelspediteur Sie rechtzeitig ansprechen, um eine andere Lösung zu suchen.
  • Viele Menschen arbeiten aktuell von zu Hause oder müssen Kinder betreuen. Es befinden sich deswegen mehr Fahrzeuge als sonst in den Wohngebieten. Wenn möglich, weisen Sie die Fahrzeugbesitzer darauf hin, dass Sie umziehen und diese bitte die Flächen für den erforderlichen Lkw freimachen.
  • Sie können zum besseren Ablauf beitragen, wenn Sie Oberflächen der Gegenstände in der Wohnung vor dem Umzug feucht mit Haushaltsreiniger wischen.
  • Wenn möglich, bereiten Sie einen Stellplan für die Möbel in der neuen Wohnung vor oder markieren Sie Abstellplätze für die Wohnung. So reduzieren Sie die Notwendigkeit, permanent in der Nähe der Mitarbeiter sein zu müssen.
  • Halten Sie bitte selbst die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygienemaßnahmen ein (Hust- und Niesetikette, Händeschütteln vermeiden, Hände waschen, körperlicher Abstand von mindestens 1,5 m, etc.).
  • In Ihrem eigenen Interesse und im Interesse auch der Gesundheit der Mitarbeiter, halten Sie Abstand zu den Mitarbeitern der Möbelspedition.
  • Ermöglichen Sie ausgiebiges Lüften während des Umzuges, sowohl in der alten als auch in der neuen Wohnung.
  • Ermöglichen Sie auch den Mitarbeitern der Möbelspedition den Zugang zu Waschgelegenheiten, sodass diese immer wieder ausreichend Gelegenheit zum Händewaschen haben.
  • Ermöglichen Sie den Mitarbeitern, eine Pause so einzulegen, dass sie dabei nicht mit anderen Personen in Kontakt kommen.

AMÖ schließt sich Gütertransportpakt an

Deutschland befindet sich in einem in jüngerer Zeit nicht dagewesenen Krisenmodus. Die Lieferketten sind heute unter Spannung, aber stabil. Die Verbände der Speditions-, Transport- und Logistikwirtschaft - AMÖ, BGL, BIEK, DSLV und BWVL - bekräftigen, dass die Unternehmen und Beschäftigten der Branche auch in dieser Ausnahmesituation die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft auf dem gewohnt hohen Niveau zuverlässig sicherstellen werden.

Die Helden der Logistikbranche sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Import- und Exportabteilungen, der Disposition, in den Umschlagsanlagen, in den Lägern und im vordersten Einsatz die Fahrerinnen und Fahrer von schweren Lkw im internationalen Fernverkehr, von leichten Lkw in der Regionalversorgung bis hin zu Kurierfahrzeugen in der Paketzustellung. Alle Beschäftigten sind derzeit mit hohem Engagement im Dauereinsatz, um die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und allen Gütern des täglichen Bedarfs sicherzustellen. Ihnen allen gebührt gerade in dieser außergewöhnlichen Situation in besonderem Maße Wertschätzung und Anerkennung – ob im Alltag oder in der politischen Betrachtung.

Wir werden die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Gesellschaft in diesen Krisenzeiten gewährleisten. Wir werden Lieferketten aufrecht halten.

Die hier genannten Verbände fordern die Politik auf, den Unternehmen der Branche und ihren Beschäftigten, insbesondere unseren Fahrerinnen und Fahrern gerade in der aktuellen Situation die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, um die Versorgung auf Spitzenniveau auch in Zukunft sicherstellen zu können. So ist die Aussetzung des Sonntagsfahrverbots zum Beispiel ein richtiger Schritt – sie muss aber unbedingt für den Transport sämtlicher Warengruppen gelten, damit nicht nur die Supermärkte gefüllt bleiben, sondern die Wirtschaft die Güter des täglichen Bedarfs auch weiterhin produzieren kann. Zudem muss die Politik dafür sorgen, dass der grenzüberschreitende Warenverkehr reibungslos passieren kann, um die Lieferketten weiterhin zeiteffizient und stabil zu halten. Dies ließe sich beispielsweise durch die Einrichtung von Green Lanes für Lkw an Grenzen, wie jüngst von der EU-Kommission vorgeschlagen, erreichen. Um den Informationsfluss und die Transparenz über die einzelnen z.T. lä  nderindividuellen Maßnahmen zu gewährleisten, ist dringend eine zentrale Bündelung der Informationen notwendig, z.B. in geeigneten Krisennotfallzentren.

Deutschland muss jetzt zusammenhalten, solidarisch diese Krise bewältigen und dabei die Zeit nach dem Coronavirus nicht aus dem Blick verlieren. Dazu wird die Speditions-, Transport- und Logistikbranche mit aller Kraft beitragen.

Deutsche Logistikverbände: Pakt zur Versorgung Deutschlands geschlossen

Die garantierte Versorgung der Unternehmen und der Einwohner Deutschlands ist das oberste Ziel der deutschen Logistikwirtschaft. Sie stellt die Be- und Auslieferung sicher und wird dabei vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt, weil die Mobilität der Güter in unserer arbeitsteiligen Wirtschaft systemrelevant ist.

Die Versprechen sind:

  1. Die Verbände der deutschen Speditions-, Transport und Logistikbranche AMÖ, BIEK, BGL, BWVL und DSLV sichern mit den ihnen angeschlossenen Unternehmen die Funktionsfähigkeit der Lieferketten von Industrie und Handel bis hin zum Endverbraucher und stellen flexibel, auch an den Wochenenden, in allen Bereichen die hierfür notwendigen logistischen Kapazitäten bereit.
  2. Wir wollen in schwierigen Zeiten für die Unternehmen in Deutschland Aufträge und Beschäftigung sichern. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sichert den Verbänden und den ihnen angeschlossenen Unternehmen zu, die mit Erlass vom 18. März 2020 für bestimmte Warengruppen getroffene Kabotageregelung auszusetzen. [Die befristete Aussetzung des Kabotageverbots sowie der Genehmigungspflichten für den gewerblichen Güterkraftverkehr wurde Ende März 2020 wieder aufgehoben. Damit wurde die alte Rechtslage wie vor dem 18. März 2020 wiederhergestellt.]
  3. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur stimmt sich weiterhin mindestens wöchentlich mit den Verbänden ab, um die Leistungsfähigkeit der Logistikwirtschaft und die Marktentwicklung zu analysieren und – falls erforderlich – schnell Maßnahmen in die Wege leiten zu können, damit die Versorgung in Deutschland weiter sichergestellt bleibt.

Die Versorgung der Unternehmen und Einwohner Deutschlands ist sichergestellt.

 

Die Verbände:

Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

 

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Schulterschluss am Main: AMÖ und BGL bündeln Kräfte

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) rücken in Zukunft noch enger zusammen. Ziel ist es unter anderem, durch die Koordination politischer, gewerbepolitischer und gewerbewirtschaftlicher Ziele und Aktivitäten sowie Bündelung der Interessen künftig noch effizienter gegenüber Politik und Industrie aufzutreten.

Wegweisendes Votum

„Die einzelnen Unternehmen und die ganze Branche, aber auch das Umfeld verändern sich derzeit in einer rasanten Geschwindigkeit. Da sind wir in den Verbänden gefordert, diese Entwicklung aufzunehmen und uns ebenfalls so neu aufzustellen, dass wir den sich verändernden Bedürfnissen gerecht werden können. Mit der Kooperation von AMÖ und BGL wollen wir im Interesse unserer Mitglieder Synergien nutzen, um den vielfältigen neuen Anforderungen und Herausforderungen besser entgegentreten zu können“, erklärt AMÖ-Hauptgeschäftsführer Dierk Hochgesang den jetzt verkündeten Schulterschluss. „Dass der AMÖ-Gesamtvorstand die Entscheidung nahezu einstimmig getroffen hat ist überwältigend, und ein wegweisendes Votum, das den Aufbruch für eine noch bessere Verzahnung beider Verbände im Interesse und Nutzen unserer Mitgliedsunternehmen bedeutet“, freut sich AMÖ-Präsident Frank Schäfer.

Ein Votum, das auch beim BGL Anklang findet. „Der BGL und ich begrüßen die Entscheidung des AMÖ-Gesamtvorstandes, für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Verbänden zu stimmen, und ich freue mich sehr, die Interessen des Gewerbes in Zukunft gemeinsam noch stärker in Berlin und Brüssel vertreten zu können“, kommentiert BGL-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Dirk Engelhardt das positive Signal. Der BGL hatte bereits im Vorfeld entsprechende Vorstands- und Aufsichtsratsbeschlüsse gefasst.

 

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Große Koalition enttäuscht bei Mautharmonisierung

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages abschließend über den Bundeshaushalt 2020 beraten. Die Verbände der Speditions-, Transport- und Logistikbranche hatten sich zuvor gemeinsam vehement gegen die Pläne der Bundesregierung ausgesprochen, die Harmonisierungsmittel aus der Lkw-Maut (De-Minimis-Programm) um 50 Mio. € zu kürzen. Der Haushaltsausschuss hat nun beschlossen, dem Regierungsvorschlag nicht vollständig zu folgen und die ursprünglich geplante Mittelkürzung um 10 Mio. € verringert. Diese 10 Mio. € sollen künftig auch zur Förderung von Abbiegeassistenzsystemen eingesetzt werden. Damit stehen jedoch für das Jahr 2020 immer noch 40 Mio. € weniger Fördermittel zur Verfügung als im Jahr 2019.

Hierzu erklären in einer gemeinsamen Presseerklärung der 

Bundesverband Möbelspedition und Logistik e. V. (AMÖ),
der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.,
der Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK),
der Bundesverband Spedition und Logistik e. V. (DSLV) und der
Bundesverband Wirtschaft Verkehr und Logistik e. V. (BWVL):

Das Bemühen der Großen Koalition, ihr Mautversprechen einzuhalten, ist zu erkennen. Dennoch ist eine Kürzung der De-Minimis-Mittel um 40 Mio. € vor dem Hintergrund der enormen Herausforderungen der deutschen Logistikwirtschaft in der aktuellen Situation sehr enttäuschend.

Die Verbände haben der Politik in den letzten Monaten mit Nachdruck aufgezeigt, welche Bedeutung die Fördergelder aus den Harmonisierungsmitteln für die mittelständische Speditions-, Transport- und Logistikbranche sowie deren Wettbewerbsfähigkeit haben, um die Klimaschutzanforderungen zügig umzusetzen, den Fahrermangel zu bewältigen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Wie hoch die Nachfrage nach dem De-Minimis-Programm ist, zeigt sich daran, dass der Fördertopf im Haushaltsjahr 2019 bereits im März ausgebucht war. Für 2020 ist nun zu befürchten, dass das Budget noch früher erschöpft sein wird.

Erfreulich ist, dass die De-Minimis-Mittel künftig auch zur Förderung von Abbiegeassistenten eingesetzt werden dürfen. Allerdings hatten die Verbände hier eine Wahlfreiheit zwischen den Förderprogrammen Abbiegeassistenzsysteme und De-Minimis gefordert, damit Antragsteller – je nach Mittelverfügbarkeit – mehr Flexibilität haben. Diese Wahlfreiheit wird es nicht geben. Künftig wird das Förderprogramm Abbiegeassistenzsysteme nur noch für Fahrzeuge offen sein, die nicht mautpflichtig sind. Für mautpflichtige Fahrzeuge ist die Förderung von Abbiegeassistenten auf das De-Minimis-Programm beschränkt.

Die Verbände fordern, die Förderprogramme gezielt weiterzuentwickeln, um den Mittelabruf zu optimieren und appellieren an die Politik, im nächsten Haushaltsjahr wieder die versprochene volle Summe für das De-Minimis-Programm zur Verfügung zu stellen.

Logistik fordert wettbewerbsneutrale CO2- Bepreisung im Verkehrssektor

Bekenntnis der Logistik zur Reduktion von CO2-Emissionen

Der Verkehrssektor muss unbestritten seinen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten, um die international vereinbarten Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. In Übereinstimmung mit diesen Zielen hat Deutschland einen pauschalen Zielkorridor zur deutlichen Reduktion von CO2-Emissionen bestimmt. Bislang fehlen allerdings konkrete Instrumente für die jeweiligen Sektoren, mit denen zum einen Anreize für eine Vermeidung von CO2-Emissionen geschaffen und zum anderen alternative Technologien gefördert werden könnten.

CO2-Bepreisung wettbewerbsneutral und europaweit umsetzen

Ein wesentlicher Ansatz, um CO2-Emissionen zu reduzieren, wird von der Politik darin gesehen, diese mit einem Preis zu versehen. Gesetzgeberische Entscheidungen für eine Bepreisung von CO2-Emissionen dürfen unter dem aktuellen politischen Druck allerdings nicht von Aktionismus und von Symbolcharakter geleitet werden. Die Maßnahmen müssen klimapolitisch effektiv, ökonomisch effizient und vor allem wettbewerbsneutral sein. Ansonsten werden Emissionen nicht vermieden, sondern lediglich verlagert und die deutsche Wirtschaft in ihrer Leistungsfähigkeit geschädigt.

Die Reduktion der CO2-Emission ist grundsätzlich ein weltweit anzustrebendes Ziel. Angesichts der globalen Problematik muss für den gesamten Verkehrssektor perspektivisch eine zumindest europäisch einheitliche Lösung angestrebt werden. Nur dadurch werden Verzerrungen im zwischenstaatlichen innereuropäischen Standortwettbewerb ebenso vermieden, wie im intermodalen und intramodalen Wettbewerb.

Lösung: Ausweitung des Europäischen Emissionshandels „ETS“

Die hier genannten Verbände der Logistikbranche sprechen sich daher für die Ausweitung des Europäischen Emissionshandelssystems „ETS“ aus, mit dem eine absolute CO2-Obergrenze festgelegt wird und mit dem das Ziel einer tatsächlichen Reduktion der CO2-Emissionen erreicht werden könnte. Anders als durch eine Besteuerung von CO2-Emissionen, könnten die durch das ETS erzielten Einnahmen zweckgebunden als anreizgebende Maßnahmen in die Unternehmen der Spedition, der Logistik und des Güterverkehrs zurückfließen. Hierdurch können CO2-mindernde Techniken, Innovationen, Prozesse und Konzepte finanziell gefördert werden. Diesbezügliche Schwerpunkte haben die Verbände in ihrer Empfehlung zur „Förderstrategie 2030 für energieeffiziente Nutzfahrzeuge“ bereits zusammengefasst.

Logistik lehnt CO2-Steuer und national begrenzten Emissionshandel ab

Sofern der Weg zur Ausweitung des Europäischen Emissionshandelssystems ETS kurzfristig politisch nicht realisiert werden kann, müssen politische Entscheidungen zur CO2-Bepreisung dennoch dringend die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Deutschland im Blick haben. Die derzeit von der deutschen Politik primär in Betracht gezogene Einführung einer CO2-Steuer oder eines rein nationalen Emissionshandelssystems würden in der Verkehrs- und Logistikwirtschaft für die deutschen Unternehmen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führen, da Anbieter aus den Nachbarländern aufgrund erheblicher Fahrzeugreichweiten bei vielen Verkehren nicht betroffen wären. Die Logistikbranche spricht sich aus diesen Gründen gegen diese beiden Instrumente aus.

Alternative: CO2-Maut als Übergangslösung

Als übergangsweise Alternative zum europaweiten ETS akzeptiert die Logistikwirtschaft eine CO2-basierte Maut. Allerdings müsste dann auch eine CO2-Abgabe parallel für alle nicht von der LKW-Maut erfassten Fahrzeuge und insbesondere für den Individualverkehr, der einen ganz erheblichen Anteil an den Emissionen im Verkehrssektor trägt, eingeführt werden.

Damit wären alle in Deutschland stattfindenden Verkehre gleichermaßen betroffen und eine Verzerrung des Wettbewerbs vermieden. Da im Zuge der aktuellen Revision der EU-Wegekostenrichtlinie als Berechnungsgrundlage zukünftiger Wegekostenmodelle die Infrastrukturgebühren unter Berücksichtigung der CO2-Emissionswerte ohnehin vorgegeben werden, könnte eine CO2-basierte Maut in einer Übergangsphase als Bepreisungsmodell herangezogen werden.

Anders als durch eine Besteuerung von CO2-Emissionen, können auch die durch eine „CO2-Maut“ erzielten Einnahmen zweckgebunden als anreizgebende Maßnahmen in die Unternehmen der Spedition, der Logistik und des Güterverkehrs zurückfließen. Hierdurch kann die flächendeckende Einführung der dringend notwendigen CO2-mindernden Techniken, Innovationen, Prozesse und Konzepte finanziell gefördert werden.

Fazit

Die Verbände appellieren deswegen an die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag, sich für ein europäisches ETS-System einzusetzen und von einer CO2-Steuer und einem nationalen Emissionshandelssystem abzusehen. Solange europaweit die Voraussetzungen für die Bepreisung der CO2-Emissionen des Verkehrssektors vordringlich durch eine Ausweitung des bestehenden europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) nicht geschaffen sind, könnte national eine Lenkungswirkung in Verbindung mit einer Förderung alternativer Antriebstechniken über eine CO2-Maut erreicht
werden.

Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Dierk Hochgesang, Geschäftsführer

Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Sprecher des Vorstands

Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) e. V.
RA Marten Bosselmann, Vorsitzender

Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.
Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer

Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.
Frank Huster, Hauptgeschäftsführer

Gemeinsame Forderung: Politik muss ihr Versprechen halten!

Am Donnerstag wird der Verkehrsetat (Einzelplan 12) des Gesetzes für den Bundeshaushalt 2020 in erster Lesung im Deutschen Bundestag debattiert. Der Regierungsentwurf beinhaltet eine Kürzung der sog. Harmonisierungsmittel für die Lkw-Maut um 50. Mio. €.

Im Vorfeld erklärte die Deutsche Logistikwirtschaft hierzu:

Bei der Mautharmonisierung steht nichts Geringeres als die Glaubwürdigkeit der Politik auf dem Spiel. In den anstehenden Wochen der parlamentarischen Beratungen wird sich zeigen, ob die Politik zu ihrem Mautversprechen steht oder ob es im 10. Jahr nach der Einführung der Mautharmonisierungsprogramme langsam bröckelt.

Sachlich gerechtfertigt ist die geplante Kürzung der Förderprogramme um 50 Mio. € jedenfalls nicht, im Gegenteil:

  1. Bundesamt für Güterverkehr lobt steigenden Erfolg der Förderprogramme

Erst im August hat das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) einen Rekordabruf bei den Förderprogrammen verkündet und den „weiter ansteigenden Erfolg“ der Programme gelobt. Zur Mitte des Jahres wurde bereits die Auszahlungsmarke von 200 Mio. € überschritten. Von einem unzureichenden Mittelabruf kann insofern keine Rede sein.

  1. Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen dringend notwendig

Angesichts der enormen Herausforderungen zur Erreichung der Klimaschutzziele 2030 sind darüber hinaus dringend mehr Fördermittel zur Umrüstung oder der Neuanschaffung von CO2-effizienten Lkw erforderlich. Der Staat darf den deutschen Mittelstand bei der Bewältigung dieser Aufgaben nicht allein lassen! Eine Kürzung von Fördermitteln ist daher in der aktuellen Situation absolut kontraproduktiv.

  1. Fachkräftemangel / Fahrernotstand im Logistiksektor bedroht

Versorgungssicherheit Deutschland steht kurz vor dem Versorgungskollaps. Grund ist ein akuter Fahrernotstand und ein Mangel an Fachkräften in der Logistikwirtschaft. In einer solchen Situation Förderprogramme zu kürzen, anstatt mit klugen Maßnahmen gezielt gegenzusteuern, wäre nicht nur für den Logistikstandort Deutschland, sondern für die gesamte Gesellschaft fatal.

  1. Förderportal Abbiegeassistent muss dringend wieder geöffnet werden

Die enorme Nachfrage beim Förderprogramm Abbiegeassistent hatte im Juni 2019 dazu geführt, dass das Portal wegen Überbuchung des Programms schon nach wenigen Stunden geschlossen werden musste. Anstatt jetzt das Mautharmonisierungsprogramm um 50 Mio. € zu kürzen, könnte auch hier das Geld sehr sinnvoll eingesetzt und damit die Verkehrssicherheit verbessert werden. Wir rufen daher die Verkehrs- und Haushaltspolitiker im Deutschen Bundestag auf, dem Regierungsvorschlag nicht zu folgen und die Fördergelder zur Mautharmonisierung zu verstetigen!

MöLo 20219: Sehr erfrischend und positiv!“

Eine mutige Entscheidung, die sich auszahlen sollte: Clevere Produktneuheiten, die richtigen Mehrwerte für Unternehmen und ein mehrwertreiches Seminarprogramm – Angebote, die die Besucher überzeugten und damit auch für ein zufriedenes Fazit der Organisatoren, Veranstalter und Aussteller gesorgt haben.

Rund 1.500 Besucher, darunter viele (noch) Nichtmitglieder waren zur Messe Essen gereist, um sich dort über maßgeschneiderte Lösungen für die Möbellogistik sowie Neumöbellogistik zu informieren. Über 40 Aussteller zeigten vielfältige Produkte, Trends und Service-Angebote. Im Fokus der Besucher standen neben Fahrzeugen, Fahrzeugtechnik, Hilfsmittel auch Dienstleistungen für Finanzwesen, Sicherheit, IT, Marketing, Personal und Betriebsführung. Das vielseitige Angebot rund um diese Themenbereiche fanden die Fachbesucher konzentriert unter einem Dach in der Halle 1A auf dem Gelände der Messe Essen.

Die MöLo, die auf Initiative des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. veranstaltet wird, gilt als wichtigste Informations- und Neuheiten-Plattform im Bereich Möbellogistik, und damit als der „Place to be“ für alle, die Möbel bewegen. Die Teilnehmer nutzten an beiden Messetagen die Möglichkeiten zum Austausch über Marktentwicklungen, Technologien und Geschäftsmöglichkeiten.

MöLo-Award für nachhaltiges Produktkonzept

Fester Bestandteil der Messe: die Auszeichnung neuer Produkte und Serviceleistungen sowie moderner und nachhaltiger Konzepte mit dem MöLo-Award, die von den Besucherinnen und Besucher der Messe MöLo gewählt und von AMÖ-Geschäftsführer Dierk Hochgesang überreicht wurden. Platz 3 ging an die Firmen Mekratronics, die H&H Vertriebs GmbH und Michael Symann Klavierbau (Flügelkippsystem). Platz 2 sicherte sich Turtlebox und Platz 1 ging an duvema - nachhaltige Umzugsmaterialien, die mit ihren Protection Quilts überzeugen konnten. Allen Gewinnern herzlichen Glückwünsch!

Das Seminarprogramm ergänzte die Produktausstellung mit vielseitigen Themen.

  • Unter dem Titel „Fallstricke Personal: Aktuelles aus dem Arbeitsrecht“ stellte Rechtsanwalt Jürgen Schultz (VVWL) Fälle aus der Praxis sowie Neuerungen durch Gesetzgebung und Rechtsprechung vor.
  • RA Roland Horsten stellte die Frage: Was passiert eigentlich, wenn der Chef plötzlich durch Unfall oder Krankheit ausfällt – für kurze oder längere Zeit oder für immer? Hintergrund: Noch immer haben viele Unternehmen keinen ausreichenden Plan für diese Situation. Von ihm bekamen interessierte Zuhörer Tipps für praktische Vorkehrungen – damit das Schiff auf Kurs bleibt, wenn der Kapitän von Bord geht.
  • Webdesigner und Layouter Patrick Schroer gab seinen Zuhörern mit auf den Weg wie sie sich mit einer starken Unternehmensmarke von Ihren Mitbewerbern abheben – „Branding als Erfolgsfaktor“;
  • und von Jürgen Weihermann erfuhren die Besucher Einzelheiten zum neuen Weiterbildungsangebot „Meister für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice“ (MMKU) und warum jede Möbelspedition einen MMKU im Team haben sollte. Der erste Kurs startete jüngst Ende September 2019 in Bochum.
  • Das Team der Alstercloud (Hamburg) lud die Zuhörer zur digitalen Transformation und bot einen kurzen Einblick über die Möglichkeiten, Neukunden erfolgreich online zu gewinnen.
  • Welche Rolle betriebliche Versorgungsangebote bei der Personalbindung spielen, erörterte Stefan Körlin von der R+V Versicherung.

MöLo-Messeparty zum Ausklang

Gelegenheit zum Netzwerken bot zudem die Messeparty, zu der die AMÖ sowie die KRAVAG, Mercedes-Benz, Böcker und Krone zum Ausklang des ersten Messetages eingeladen hatten. Wer es gediegen mochte, ließ sich ein Glas Wein einschenken, wer es etwas legerer mag, ließ sich aus dem Kühlschrank eine Flasche gut gekühltes Bier reichen. Keinen Weg vorbei, für niemanden, gab es an der wohl edelsten Ruhrpottdelikatesse: Currywurst mit Brötchen. Am besten, ohne zu kleckern, hieß es doch, in der Fotobox
die besonderen Messemomente auf Fotopapier zu verewigen – von witzig über ausgeflippt verkleidet bis hin zu seriös abgelichtet mit Kolleginnen und Kollegen.

Veranstalter und Aussteller zogen nach Messeschluss ein positives Fazit: „Wir empfanden die MöLo 2019 in Essen als sehr erfrischend und positiv. Sowohl der Standort als auch der verkürzte Zeitraum haben dem Event gutgetan“, sagt Matthias Staar, CEO der Denkpark GmbH. „Für uns war die Veranstaltung ein Gewinn, da wir sowohl Bestandskunden als auch Interessenten für unsere neuen Features und Produkte begeistern konnten.“ Hendrik Streek (NeoMetrik) stimmt ein: „Die MöLo bietet uns alle zwei Jahre eine weitere wichtige Plattform, auf der wir die neuste Version von MoviNeo und den Apps für Besichtigung, Arbeitsschein und Ladelisten zeigen. Das gibt uns die Gelegenheit, Bestandkunden auf dem Laufenden zu halten sowie Interessenten von unseren Produkten zu begeistern.“ Bei der Standortfrage ist er auf einer Linie mit Staar: „Aus unserer Sicht hat der Standortwechsel nach Essen der MöLo gutgetan.“

Neue AMÖ-Satzung beschlossen

Im Rahmen der Jahrestagung 2019 fand mit der Delegiertenversammlung zugleich eine für den Bundesverband wegweisende Gremiensitzung statt, sollte doch insbesondere über die neue Satzung der AMÖ abgestimmt werden. Mit Erfolg: die Delegierten nahmen die neue Satzung einstimmig an.

Die neue Satzung sieht unter anderem eine Verkleinerung des Präsidiums auf insgesamt fünf Personen vor. Außerdem soll der Präsident der AMÖ künftig nur noch maximal für zwei Amtszeiten gewählt werden. Die Wählbarkeit gilt bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres. Die Ausschüsse der AMÖ müssen nach Inkrafttreten der Satzung dann nicht mehr gewählt werden, sondern ihre Ein- und Besetzung erfolgt durch
das Präsidium. Zudem wird eine mehrstufige Mitgliedschaft möglich sein.

Weiteres Thema, das dem Präsidium und den Delegierten unter den Nägeln brannte: die vorgeschlagene engere Verzahnung mit dem BGL sowie eine tiefere Kooperation mit den Bundesverbänden BGL, BWVL und dem DSLV unter dem Dach einer Interessengemeinschaft. AMÖ-Präsident Schäfer betonte, keine der genannten Kooperationen sollen in einer Fusion münden. Die Eigenständigkeit der AMÖ bleibt erhalten.

BGL-Chef wirbt für Kooperation

Der extra aus Frankfurt angereiste BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt, führte beispielhaft aus, weshalb sowohl die Kooperation im Quartett als auch im Duett zu begrüßen ist. Und die Gründe dafür leuchten ein, stellen solche Verzahnungen doch eine Win-Win-Situation für die Verbände und ihre Mitglieder im Besonderen her. Das spricht unter anderem für eine Kooperation AMÖ und BGL: Durch einen Austausch von Informationen und Dienstleistungen zwischen den Bundesverbänden werden
Doppelarbeiten vermieden. Darüber hinaus könnte die AMÖ auf Ressourcen des BGL zurückgreifen. So will der BGL seine „Vorteilswelt“ auch für Mitgliedsunternehmen der AMÖ öffnen, die dadurch von günstigeren Bedingungen etwa beim Kauf von Neufahrzeugen profitieren. Besonderes Interesse gilt dem Personal Sharing auf dem Juristensessel. Zur Erinnerung: die ehemalige AMÖ-Justitiarin Sue Ann Becker hat den Verband zum 30. September 2019 in Richtung DMG verlassen. Beim BGL wurde jüngst Engelhardts
Stellvertreter Dr. Adolf Zobel in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Ob es zu einer Kooperation zwischen AMÖ und BGL kommt, entscheidet im November 2019 der Gesamtvorstand. Ob es zu einer
vertieften Kooperation der Bundesverbände im Viergespann AMÖ, BGL, BWVL und DSLV kommt, werden die weiteren Gespräche und Entscheidungen der jeweiligen Gremien zeigen. Die Delegierten der AMÖ äußerten sich nicht ablehnend.

FMKU-Azubis bereichern die MöLo

Unter den knapp 1.500 Messebesuchern waren in diesem Jahr mehr als 150 FMKU-Azubis, denen auf der MöLo einiges geboten wurde. Schüler und Lehrer aus dem Carl-Severing-Berufskolleg für Handwerk und Technik der Stadt Bielefeld, dem Berufskolleg Ulrepforte aus Köln, dem Berufskolleg Witten sowie dem Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg Münster nutzten dieses Angebot gern. Letztere hatten eigens für die Fachmesse 350 Holzschatullen hergestellt und am Stand der Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH & Co. KG sowohl das Logo der Schule als auch das Krone-Logo in die Schatulle eingebrannt. Diese praktischen Holzkisten wurden anschließend an die Messebesucher verteilt.

In der Messehalle stand den Berufsschulen eine eigene Aktionsfläche zur Verfügung, auf der der PackMan-Wettbewerb des Landesverbandes Möbelspedition und Logistik stattfand. Dabei mussten die Auszubildenden möglichst schnell Geschirr in Umzugskartons verpacken. Anschließend wurden die gepackten Kartons dem freien Fall überlassen. Ausschlaggebend für das Abschneiden der teilnehmenden Auszubildenden war neben der Geschwindigkeit die Sorgfalt der Packer, die sich daran zeigte, ob das verpackte Gut am Ende des Tests beschädigt war. Insgesamt nahmen 43 Azubis an beiden Tagen am
PackMan-Wettbewerb teil. Der Wettbewerb wurde als Schulduell durchgeführt, in jedem Duell maßen sich zwei Schüler aus unterschiedlichen Schulen. Mit einer Gesamtzeit von 3:40 Minuten konnte sich Faizo Gangiryusif von der Laarmann Möbelspedition GmbH aus Münster den Tagessieg am Donnerstag sichern. Ayham Al Jawach von der R. Dievernich GmbH aus Bonn holte sich den Tagessieg am Freitag mit einer Gesamtzeit von 2:23 Minuten. Beide konnten sich jeweils über einen Akkuschrauber der Firma Würth GmbH freuen. Die umfangreichen Packmaterialien für diesen Wettbewerb stellte die TransPak AG aus Solms zur Verfügung.

Messe-Rallye

Wer gerade nicht mit Einpacken, Auspacken oder Scherben aufsammeln beschäftigt war, der nahm an der Messe-Rallye der Firmen Denkpark und Neometrik teil. Am Messestand der beiden Firmen konnten sich die Besucher über das Umzugsprogramm MoviNeoeinen „Flixcheck“ auf ihr eigenes Smartphone senden lassen. Anschließend wurden sie in einer Web Applikation aufgefordert, verschiedene Firmenlogos der
Messeaussteller zu fotografieren und jeweils eine Multiple-Choice-Frage zu beantworten. Unter allen Teilnehmern wurden attraktive Preise verlost. Julian Frese von der Firma Geuer International GmbH aus Senden sicherte sich so am Donnerstag ein iPad der neuesten Generation, am zweiten Messetag ging dieses an Tobias Beuth von der Möbelspedition Jung & Bosch GmbH & Co. KG in Kerpen. Zudem freuten sich John-Michael Matzanke von der Firma ABC Umzüge Verkerk und Wesley Cypers von der Firma Maassen & Becker GmbH über je einen Gutschein für ein Fahrsicherheitstraining bei der BG Verkehr.

 

AMÖ-Möbelspediteure fordern von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen

Im Vertrauen auf die getroffenen politischen Entscheidungen haben viele Möbelspediteure bereits in einen modernen Fuhrpark investiert, um die Voraussetzungen der grünen Feinstaubplakette zu erfüllen, und bestehenden wie bevorstehenden Diesel-Fahrverboten zu entgehen. Andere Unternehmen sehen Investitionen hingegen skeptisch, jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt.

Die AMÖ-Möbelspediteure wollen sich nicht ausbremsen lassen, doch insbesondere aufgrund nur schwer oder nicht immer klar erkennbaren Fahrtrichtungen der Politik ist eine gewisse Vorsicht zwingend notwendig. Die Gründe leuchten ein: AMÖ-Mitgliedsunternehmen sind in der Regel jahre- und jahrzehntelang geführte Familienunternehmen mit anderen finanziellen Risiken, wie sie Unternehmen fürchten müssen, die mit regelmäßig frischen Investorengeldern ausstaffiert werden.

Gerade die Stimmung im Gewerbe hinsichtlich Investitionen in E-Mobilität ist zurückhaltend. Jeweils etwa ein Drittel lehnen eine solche Anschaffung ab oder wissen noch nicht, ob sie investieren werden. Auch hier sind die Gründe dafür leicht gefunden – und leuchten ebenfalls ein: So sind für fast die Hälfte der Befragten die Kosten für E-Fahrzeuge schlichtweg zu hoch oder, für ein Drittel, die Höhe der Gesamtkosten über den „Lebenszyklus“ hinweg nicht klar genug. Skepsis herrscht bezüglich der Möglichkeiten, diese Fahrzeuge bedarfsgerecht laden zu können. Am problematischsten wird die geringe Reichweite gesehen, die E-Fahrzeuge mit einer Akkuladung erreichen können.

Die Antworten der Mitgliedsunternehmen sind aus Sicht der AMÖ ein klares Signal an die politischen Entscheider und Hersteller, die Ursachen der Investitionsvorbehalte dringend dahingehend zu lösen, eine flächendeckende (Lade-)Infrastruktur sowie weitere finanzielle Anreize zu schaffen, um Unternehmen doch noch zur Investition in E-Fahrzeuge zu bewegen. Gleiches gilt für die Anschaffung von Fahrzeugen mit herkömmlichen oder alternativen Antrieben. Die Umfrage zeigt aber auch das Dilemma des politisch gewollten Umstiegs auf elektrische Antriebe. Die Praxis erfordert für die Unternehmen eine kontinuierliche und planbare Verfügbarkeit des Materials zu vertretbaren Kosten. Das ist bei batterieelektrischen Antrieben nicht gewährleistet. Hinzu kommt die große Unsicherheit begründet in der Entwicklung unserer Stromversorgung. Bevor wir mit großem Eifer das in dem Equipment gebundene Kapital entwerten, sollten deswegen auch andere Antriebsmöglichkeiten, wie Wasserstoffe oder efuels sehr ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Fehlende Planungssicherheit dämpft Investitionsvorhaben

So lange es den Möbelspeditionen aufgrund politischer oder gesetzlicher Rahmenbedingungen an Planungssicherheit fehlt, lassen sie sich nicht zu Neuanschaffungen bewegen – und dies, obwohl Geld für Investitionen und die Absicht, es einzusetzen, vorhanden ist.

Ein ebenso klares Signal ist die Absage der Befragten in Sachen geplanter CO2-Bepreisung. Die Mitgliedsunternehmen der AMÖ sehen das mehrheitlich anders: Sieben von zehn Befragte lehnen die Klimapläne der Bundesregierung zur möglichen Einführung einer so genannten „CO2-Steuer“ ab.

Klares „Nein!“ zu nationalen Alleingängen oder Schnellschüssen

Mit Blick auf den globalen Wettbewerb warnt die AMÖ vor Schnellschüssen und nationalen Alleingängen. Deutschland und dem Klimaschutz sind nicht geholfen, wenn einzelne Branchen in Länder mit geringeren Umwelt- und Klimaauflagen abwandern, Ebenso wenig darf eine nationale CO2-Bepreisung den Wettbewerb dahingehend verzerren, dass Konkurrenzfirmen aus Ländern ohne eine solche Abgabe einen Vorteil haben: Können Möbelspeditionen ohne internationalen Wettbewerb die Mehrkosten noch an ihre Kunden weitergeben, fällt diese Umwälzmöglichkeit für international agierende Möbelspeditionen weg.

Nichtsdestotrotz: Die AMÖ sieht den durch EU-Recht und internationale Übereinkommen bestimmten Handlungsbedarf von Bund, Ländern und Kommunen zur Reduzierung von Luftschadstoffen in urbanen Ballungsräumen und zur Absenkung globaler CO2-Emissionen und erkennt an, dass auch der Verkehr seinen Beitrag hierzu leisten muss. Gleichwohl stellt die AMÖ fest, dass auch bei bestem Willen der Unternehmen ein Verzicht auf mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge kurzfristig nicht möglich ist.

Bislang gibt es insbesondere bei den schweren und mittelschweren Fahrzeugen keine wirtschaftlich tragfähige Alternative. Derzeit ein Nutzfahrzeug beschaffen zu wollen, das nicht mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet ist, ist schon fast illusorisch.

Bei größeren Fahrverboten wäre die Belieferung der Städte mit Gütern und Lebensmitteln sowie die gesamte Entsorgung nachhaltig gefährdet. Wer über Fahrverbote nachdenkt, von denen dann auch Wirtschaftsverkehre betroffen sind, gefährdet damit in der Konsequenz die Versorgung der Menschen und auch die Entsorgung in den Städten.

Auch die Möbelspediteure führen ihre Umzüge und Anlieferungen mangels Alternativen mit Diesel-Fahrzeugen durch. Speziell die im Nahverkehr eingesetzten Fahrzeuge wären von Diesel-Fahrverboten erheblich betroffen. Angesichts niedriger Laufleistungen ist ein Investitionszyklus für Fahrzeuge insbesondere bei Umzugsverkehren von zehn Jahren nicht unüblich. Fahrverbote für diese Fahrzeuge, die faktisch kaum zur Emissionserzeugung beitragen können, da sie ganz überwiegend stehen, bedeuten damit einen massiven Wertverlust technisch noch einwandfreier Fahrzeuge.

Factsheet: Ausgewählte Ergebnisse im Rahmen der aktuellen Online-Umfrage
 
Hauptgründe gegen die Anschaffung eines E-Fahrzeugs
  • Zu hohe Anschaffungs- und/oder Instandhaltungskosten
  • Unklare Kosten über den Lebenszyklus hinweg
  • Zu geringe Reichweite
  • Fehlende (Lade-)Infrastruktur
 Investitionsvorhaben
  • 60 Prozent wollen mehr Geld für die Weiterbildung des Personals aufwenden
  • 37 Prozent wollen die Digitalisierung im Allgemeinen vorantreiben
  • 31 Prozent ihre Internetpräsenz stärken
  • 25 Prozent möchten das Online-Marketing sowie
 Investitionsvolumina
  • 12 Prozent zwischen 250.000 Euro und mehr als einer Million Euro
  • 40 Prozent zwischen 50.000 bis 250.000 Euro
  • 19 Prozent zwischen 20.000 bis 50.000 Euro
  • 29 Prozent weniger als 5.000 Euro bis 20.000 Euro

AMÖ-Möbelspediteure bieten Perspektiven gegen den Fachkräftemangel

Setzte der Fachkräftemangel den Möbelspediteuren in Deutschland im vergangenen Jahr immer weiter zu, hat sich das Thema Personal binnen eines Jahres in weiten Teilen des Gewerbes noch verschlimmert.

Im Vergleich zur Umfrage anlässlich der AMÖ-Jahrestagung 2018 in Papenburg hat sich die Personalsituation zwischen August 2018 bis heute bei mehr als der Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen noch verschärft. Bei gut einem Drittel ist sie unverändert. Nur in jedem zehnten Mitgliedsunternehmen der AMÖ hat sie sich eigenen Angaben zufolge verbessert.

Sechs von zehn der befragten Mitgliedsunternehmen sehen ihre Geschäftstätigkeit „sehr stark“ bis „stark“, und ein Drittel „spürbar“ beeinflusst. Fast jedes zehnte Unternehmen überlegt, seine Tätigkeit deshalb einzustellen. Mehr als die Hälfte wird den Betrieb wohl verkleinern müssen. Zuletzt wurde der AMÖ immer häufiger berichtet, dass Geschäftsinhaber selbst „auf den Lkw mussten“, um Aufträge kunden- und termingerecht durchführen zu können. Der Negativtrend der vergangenen Jahre hat sich damit weiter gefestigt. Die Folge sind unter anderem massive Auswirkungen auf die Investitionsvorhaben der AMÖ-Mitgliedsunternehmen.

Lösungsansätze und Perspektiven

Wenn auch belastend, sind die neueren Entwicklungen für die Möbelspediteure dennoch kein Grund aufzustecken. Mit unterschiedlichen Angeboten und Lösungsansätzen unter anderem zur Personalgewinnung und Personalqualifikation – laut Umfrage wollen 60 Prozent in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren! – tritt das Gewerbe entschieden dem Status quo entgegen.

Insbesondere bei der Suche nach Fachkräften für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice versucht die AMÖ nach Kräften zu unterstützen, und hat mit seiner vollständig modernisierten Internetseite www.fmku.de ein Angebot entwickelt, das mit seiner optischen und inhaltlichen Gestaltung die junge Zielgruppe noch zielgerichteter in den Fokus nimmt. Neben Informationen rund um den Ausbildungsberuf können sie dort außerdem eine Ausbildungs- oder Praktikumsstelle in einem Unternehmen in ihrer Nähe finden.

Erster Meister-Kurs gestartet

Eine attraktive Perspektive bietet die Weiterbildung „Geprüfte/r Meister/innen Möbel-, Küchen- und Umzugsservice (IHK)“. Ein erster Vorbereitungslehrgang, den die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (WAK) in Bochum in Nordrhein-Westfalen anbietet, startet am 23. September 2019. In drei Jahren hoffen wir, die ersten Kursteilnehmer als Meister in den Unternehmen einsetzen zu können.

Mehr Attraktivität soll auch dem Fahrerberuf zukommen: Gemeinsam mit hochkarätigen Mitstreitern will der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. der Transport‐ und Logistikbranche und besonders den Berufskraftfahrern zu einem besseren Ansehen verhelfen. Hierzu haben insgesamt 21 Gründungsmitglieder im Mai 2019 den Verein „PROFI – Pro Fahrer-Image“ gegründet.  Wir hoffen, dass sich zahlreiche Mitstreiteiter der Initiative anschließen, um dem Gewerbe und den Berufen darin eine höhere Aufmerksamkeit zu verschaffen. Da diese Initiative auch mit den „Wirtschaftsmachern“ zusammenarbeiten will, hoffen wir auf eine möglichst flächendeckende Wirkung.

Gesunderhaltung des Personals

Ein wesentlicher Baustein leistungsfähiger Unternehmen ist gesundes und motiviertes Personal. Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. arbeitet deswegen seit 2017 mit der DAK-Gesundheit an Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement, die gezielt auf die Mitarbeiter/innen im Gewerbe ausgerichtet sind.

Eine weitere geeignete Maßnahme, dem großen Personalbedarf und leeren Bewerbermärkten zu begegnen, ist die Einstellung qualifizierter Fachkräfte und Hochschulabsolventen aus dem Nicht-EU-Ausland. Bereits Ende 2018 begrüßte die AMÖ mit fünf weiteren Verkehrsverbänden in einer gemeinsamen Stellungnahme deshalb den Entwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, das motivierten Menschen aus Drittstaaten eine berufliche Perspektive – damit einhergehend eine bessere und schnellere Integration in unsere Gesellschaft – ermöglichen soll. Neben den Bemühungen um ausländische Fachkräfte muss aber gleichzeitig auch das Potential inländischer Arbeitnehmer gehoben und die Anstrengungen zur Qualifizierung und Rekrutierung von Fachkräften aus Deutschland intensiviert werden.

Factsheet: Ausgewählte Ergebnisse im Rahmen der aktuellen Online-Umfrage
 
Im Vergleich zur Umfrage 2018 hat sich die Personalsituation…
  • …bei mehr als der Hälfte noch verschärft
  • …nur in jedem zehnten Mitgliedsunternehmen verbessert
  • …bei gut einem Drittel nicht wesentlich verändert
Wie würden Sie Ihre Personalsituation beschreiben?
  • 20 Prozent: „bedrohlich“
  • 43 Prozent: „schwierig“
  • 32 Prozent: „befriedigend“
  • 4 Prozent: „komfortabel“
Wie stark beeinflusst die Personalsituation Ihr eigenes Geschäft?
  • 34 Prozent beeinflusst sie „sehr stark“
  • 26 Prozent beeinflusst sie „stark“
  • 34 Prozent beeinflusst sie „spürbar“
Auswirkungen des Personalmangels
  • Rund jeder Zehnte überlegt, seine Tätigkeit einzustellen
  • Fast die Hälfte schätzen eine Verkleinerung des Betriebs
  • Fast die Hälfte stellt die Anschaffung neuer Fahrzeuge zurück
  • Jeder Fünfte verzichtet auf Investitionen in Immobilien wie neue Lagerhallen
Das wird wie im Vorjahr am dringendsten gesucht:
  • Berufskraftfahrer (C/CE)
  • sonstige Kraftfahrer
  • Möbelfachkräfte
  • Auszubildende

AMÖ-Möbelspediteure: Trotz Problemen optimistisch

Sinkende Wohnmobilität durch stetig steigende Mieten, anhaltende Personalprobleme sowie Zurückhaltung in Sachen Investitionen aufgrund unsicherer struktureller Rahmenbedingungen und/oder derzeit nicht absehbaren politischen Entscheidungen:

Die AMÖ-Möbelspediteure stehen vor hohen Hürden, trotzdem lässt sich das Gewerbe selbst von undurchsichtigen Themen wie dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nicht abschrecken und blickt optimistisch auf das laufende Jahr 2019 sowie das kommende Geschäftsjahr 2020. Das belegt eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der AMÖ.

Sehr gute bis gute Auftragslage

Zwei von drei befragten Mitgliedsunternehmen bewerten die aktuelle Auftragslage mit „sehr gut“ und „gut“. Rund jeder Fünfte bewertet sie mit „befriedigend“, und knapp 12 Prozent als „ausreichend“ oder schlechter. Der Blick in die Zukunft zeigt auch für 2020 ein – wenigstens verhalten – optimistisches Bild. 45 Prozent gehen wenigstens von einer gleichbleibenden Auftragslage aus. Elf Prozent schätzen, diese werde sich sogar noch verbessern. Monetär erwartet ein Drittel der befragten Mitgliedsunternehmen der AMÖ im Jahr 2019 ein Umsatzplus, etwas weniger als die Hälfte (47 Prozent) geht davon aus, dass ihr Umsatz dem des Vorjahres entspricht. In sechs von zehn Unternehmen gehen sie zum Ende des Geschäftsjahres von einem gestiegenen, wenigstens aber von einem gleichbleibenden Gewinn aus.

Schwierige Wirtschaftslage und sinkende Wohnmobilität

Ob sich dieser Optimismus der Möbelspediteure der AMÖ auf Folgejahre überträgt, bleibt abzuwarten. Die Wirtschaft schrumpft, die Industrie und andere Branchen fahren mit angezogener Handbremse. Die Gründe der schlechten wirtschaftlichen Großwetterlage, die den Möbelspediteuren bewusst ist, sind nicht zuletzt aufgrund falscher Prioritäten der Bundesregierung auch hausgemacht – statt etwa für Impulse für öffentliche oder private Investitionen zu sorgen wird über neue Steuern diskutiert oder Verlängerungen von Maßnahmen beschlossen, die das wirtschaftspolitische Ruder laut Expertenmeinung nicht herumreißen.

Vor allem in Ballungsräumen wie München, Frankfurt am Main oder Stuttgart, haben Mieter mit hohen Wohnkosten zu kämpfen. Eine stetig abnehmende Wohnmobilität der Bevölkerung in Deutschland haben unterschiedliche Erhebungen bereits gezeigt, etwa die Wanderungsmotivbefragung 2017 der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, deren Daten stellvertretend für andere Städte gelten dürften.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verknappung auf dem Wohnungsmarkt mit der daraus resultierenden Preisentwicklung sinkt die Zahl der Umzüge massiv. Beispiel Hannover: Waren es dort im Jahr 2004 noch rund 51.500 Umziehende, zogen 2015 mit noch 39.800 Menschen etwa ein Fünftel weniger Menschen um. Und ganz prinzipiell gilt: Wer umzieht, muss mit teureren Mieten rechnen.

Mitte August 2019 hatte sich nun die große Koalition auf ein Paket für den Mietmarkt verständigt, und dabei unter anderem eine Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2025 sowie eine Neuberechnung für die ortsübliche Vergleichsmiete beschlossen. An neu geschaffenem Wohnraum, das kritisiert unter anderem der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, fehlt es aber nach wie vor, weshalb die Befürchtungen groß und nicht abwegig sind, dass die als befristetes Instrument angelegte Mietpreisbremse über die aktuelle Verlängerung hinaus bestehen bleibt, sofern sich die Lage im Wohnungsmarkt bis 2025 nicht verbessert hat.

Die Folgen für Möbelspediteure dürften spürbar werden: Die Menschen bleiben standorttreu, weil sie dort aufgrund des staatlichen Preisdeckels keine höhere Miete befürchten müssen – bei einem Umzug hingegen schon. In der Rückschau betrachtet hat sich dieser staatliche Preisdeckel allerdings nicht als Lösung des Problems erwiesen. Dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum, der wiederum die Wohnmobilität ankurbeln würde, wurde nicht in ausreichendem Maße neu geschaffen. In der Konsequenz bleibt die Mietpreisbremse damit auch eine Investitions- und Konjunkturbremse – und ein Einschnitt in die Geschäftsgrundlage der Möbelspediteure in Deutschland. Von der verschärften Situation auf dem Wohnungsmarkt sind also nicht nur Mieter und Wohnungskäufer negativ betroffen, sondern auch die Möbelspedition.

Factsheet: Ausgewählte Ergebnisse im Rahmen der aktuellen Online-Umfrage
 
Wie bewerten Sie Ihre Auftragslage im Jahr 2019?
  • Zwei Drittel der Befragten bewerten die aktuelle Auftragslage mit „sehr gut“ (16 Prozent) und „gut“. (50 Prozent)
  • 22 Prozent bewerten sie mit „befriedigend“.
  • Jeder Zehnte sieht die Situation „ausreichend“ oder schlechter
 Auftragsentwicklung 2020
  • Rund jeder zehnte befragte AMÖ-Möbelspediteur geht von einer Verbesserung aus
  • Leicht weniger als die Hälfte (45 Prozent) schätzt sie als gleichbleibend ein
  • 14 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus
 Umsatzerwartung 2019 im Vergleich zu 2018
  • Ein Drittel der Befragten erwartet ein Umsatzplus
  • Fast die Hälfte (47 Prozent) schätzt den Umsatz als gleichbleibend ein
  • Knapp jeder Fünfte (22 Prozent) geht von weniger Umsatz aus
 Gewinnerwartung 2019 im Vergleich zu 2018
  • Ein Viertel erwartet einen höheren Ertrag
  • Ein Drittel (36 Prozent) erwartet einen ähnlich hohen Ertrag
  • Vier von zehn Unternehmen erwarten einen niedrigeren Ertrag

J’AMÖ-Tagung: Top-Event dank einfacher Formel

Die Rechnung ist einfach und ging einmal mehr auf: (Osab + Al + Bk) x Tn = Emc². Klingt kompliziert, leuchtet aber total ein! Noch einmal Schritt für Schritt, Variable für Variable: Man addiere Organisation durch AMÖ-Justiziarin Sue Ann Becker (Osab) plus lockere Atmosphäre (Al) plus kühles Bier (Bk) – und multipliziert die Summe mit der Anzahl der Teilnehmer (Tn). Das Ergebnis: Ein mega-cooles Event hoch zwei (Emc²). Heureka! Albert Einstein hätte die J’AMÖ-Erfolgsformel nicht besser erklären können.

AMÖ-Justiziarin Becker stellt sich neuer Herausforderung

Rechtsanwältin Sue Ann Becker (36) scheidet zum 30. September 2019 aus den Diensten des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. in Hattersheim am Main aus. Die verdiente und geschätzte AMÖ-Justiziarin wird sich künftig einer neuen beruflichen Herausforderung stellen. Dem Gewerbe bleibt sie aber erhalten.

Mit ihrer sympathischen und ehrlichen Art prägte Becker das Image der AMÖ in den letzten Jahren maßgeblich mit. Mit ihrer akribischen und verlässlichen Arbeit trieb sie für die Möbelspedition zukunftsweisende Projekte und Prozesse zielstrebig voran – etwa die Neugestaltung der Vertragswerke und Bedingungen der AMÖ, die AMÖ-KLP in Kooperation mit dem Versicherungspartner KRAVAG sowie die Verhandlung der ADSp 2017 und Logistik-AGB 2019.

Auch die J’AMÖ-Tagung für den Führungskräftenachwuchs in der Möbelspedition, die Sue Ann Becker organisierte, erfuhr durch sie ein gesteigertes Ansehen im Gewerbe.

„Die AMÖ dankt Sue Ann Becker für ihren außerordentlich engagierten und erfolgreichen Einsatz für die Möbelspedition im Sinne aller AMÖ-Mitgliedsunternehmen“, würdigt AMÖ-Geschäftsführer Dierk Hochgesang. „Wir wünschen Sue Ann Becker für die neue Aufgabe viel Erfolg und eine glückliche Hand.“

MMKU: So sieht der Meister-Fahrplan aus

Bereits im April hatte sich die Erfa-Gruppe des Landesverbandes Möbelspedition und Logistik im VVWL NRW e.V. zum Berufsbild „Fachkraft für Möbel-, Küchen– und Umzugsservice“ (FMKU) in Düsseldorf getroffen. Jürgen Weihermann berichtete dabei über die bisherige Entwicklung der Meister-Weiterbildung, der künftige Lehrgangsanbieter stellte vor, wie die Ausbildung in Zukunft ablaufen soll.

Die Chronik in Kürze

  • Im Jahr 2016 werden erste Gedanken zur Meister-Qualifizierung laut und es formiert sich eine Arbeitsgruppe.
  • Ende 2018: Der Rahmenlehrplan steht. Die Industrie- und Handelskammern verabschieden die in Zusammenarbeit mit der IHK Bochum und der IHK Lübeck erarbeiteten, besonderen Rechtsvorschriften zur Weiterbildung zum „Meister für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice" (MMKU).
  • Im April 2019 dann reist Jörg Diekmann aus dem hohen Norden der Bundesrepublik in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf, um das Lehrgangsangebot zum „Meister für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice" der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (WAK) vorzustellen.

Das müssen Interessierte wissen

Der WAK-Vorbereitungslehrgang auf die Meisterprüfung „Geprüfte/r Meister/innen Möbel-, Küchen- und Umzugsservice (IHK)“ ist als so genanntes Blended-Learning-Seminar angelegt – eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzzeiten mit abwechslungsreichen digitalen Formen wie Online-Unterricht und Selbstlernphasen vorsieht.

Insgesamt soll in neun Blockwochen gelehrt und gelernt werden: fünf Wochen bis zur ersten Prüfung „Grundlegende Qualifikation“ und weitere vier Wochen später zur zweiten Prüfung „Handlungsspezifische Qualifikation". Für den IHK-Abschluss kann Bildungsurlaub beantragt werden. Die Dauer des Lehrgangs ist auf 600 Stunden angelegt.

Während aller Lernphasen werden die künftigen Meister von erfahrenen Dozentinnen und Dozenten tutoriell begleitet und unterstützt. Dank der Kombination analoger und digitaler Formen können Sie zu jeder Zeit und an jedem Ort selbstbestimmt lernen.

Beginn des Lehrgangs, der auf die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer vorbereiten soll und in Bochum stattfindet, ist der 23. September 2019. Die Kosten betragen 4.790 Euro zzgl. Lehrmittel und Prüfungsgebühren. Die Kosten können mit der Inanspruchnahme des Aufstiegs-Bafögs bis insgesamt etwa 60 Prozent bezuschusst werden.

Für Rückfragen rund ums Thema steht Jörg Diekmann unter der Telefonnummer 0431-3016206 sowie per Email an joerg.diekmann@wak-sh.de zur Verfügung.

 

Wer sich für den Weiterbildungslehrgang MMKU interessiert und Informationen aus erster Hand haben möchte, hat auch auf der Messe Mölo am 5. und 6 September in Essen eine passende Möglichkeit, wenn Jürgen Weihermann und Christian Averbeck (VVWL) mit ihrem Vortrag zum Thema allen Interessierten Rede und Antwort stehen.

FMKU: Azubis werben um Azubis

Nach dem Motto „Eigengewächse sorgen für Nachwuchs“ erstrahlt die Internetseite www.fmku.de in neuem Glanz.

Auf der Onlineplattform, die der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. in Hattersheim am Main anbietet, können sich Ausbildungsplatzsuchende jetzt noch leichter über das Berufsbild „Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice informieren und erhalten dort wertvolle Eindrücke aus erster Hand: Um seiner jungen Zielgruppe einen authentischen Blick hinter die Kulissen zu bieten, setzten die Macher von www.fmku.de voll auf „Jungs aus den eigenen Reihen“ statt auf gecastete Laien und Stockfotos. So entstand das komplette Bild- und Videomaterial mit tatkräftiger Unterstützung echter FMKU-Azubis aus den AMÖ-Mitgliedsunternehmen um die J’AMÖ-Vorstandsmitglieder Yvonne Tögel (Gebr. Roggendorf GmbH) und Lukas Brüggemann (Umzug Hitzke GmbH & Co. KG), die ein Foto- und Videoteam in ihrem Alltag begleitet hat. Auch bei der optischen Neuausrichtung haben die Meinungen von aktuellen FMKU-Azubis eine entscheidende Rolle gespielt.

Neben Informationen rund um den Ausbildungsberuf FMKU haben interessierte Besucher auf www.fmku.de außerdem kostenfrei die Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz oder eine Praktikumsstelle in einem Unternehmen in ihrer Nähe zu finden.

 

Trauer um Dr. Diether Kraus

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. in Hattersheim am Main trauert um Dr. Diether Kraus. Der ehemalige Geschäftsführer und engagierte Vertreter der Belange der Möbelspedition ist am 1. Juli 2019 nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren gestorben.

Von 1984 bis Ende 1994 war Dr. Kraus Geschäftsführer der AMÖ, bereits seit 1974 war er stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes.

Darüber hinaus war Dr. Kraus in der Deutschen Möbeltransportgesellschaft mbH (DMG) seit 1959 tätig, bevor er 1974 Geschäftsführer der DMG wurde. Von 1984 bis 1993 war er zudem auch Geschäftsführer des europäischen Dachverbandes FEDEMAC sowie der Gruppe Internationaler Möbelspediteure (GIM). 

Dr. Kraus genoss im Gewerbe und darüber hinaus aufgrund seiner hohen Sachkenntnis und sein immer faires Verhalten hohes Ansehen und Respekt. Unter anderem als Geschäftsführer der Tarifkommission des Möbel- und Umzugsverkehrs hat er über Jahrzehnte die Konditionen für die Möbelspediteure verhandelt. Im Hinblick auf die 1994 aufgehobene Tarifregelung im Güterverkehr hat er sich bereits sehr frühzeitig um einen für die Unternehmen existenziell wichtigen Übergang von den vorgegebenen Tarifen in die Zeit freier Preise verdient gemacht. So war unter anderem die wesentlich von ihm verantwortete AMÖ-Mittelstandsempfehlung eine wichtige Hilfe, die vielen Unternehmen den Übergang ermöglicht hat.

Die AMÖ und die Möbelspediteure werden Dr. Diether Kraus ein ehrendes Andenken bewahren. Seiner Familie gilt unser tiefes und aufrichtiges Mitgefühl.

Den Fiskus am Umzug beteiligen

Wer umzieht, kann Steuern sparen. Umzugskosten können als haushaltsnahe Dienstleistung, Werbungskosten, Sonderausgaben oder gegebenenfalls auch als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. klärt auf.

 

Haushaltsnahe Dienstleistung

Privatumzüge werden steuerlich in der Regel wie haushaltsnahe Dienstleistungen behandelt. Auf Antrag können dann 20 Prozent von maximal 20.000 Euro geltend gemacht werden – also 4.000 Euro. Dazu muss eine ordnungsgemäße Rechnung des Möbelspediteurs mit Datum, ausgewiesener Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Unternehmens eingereicht werden, bei der die Arbeits- und Transportkosten separat ausgewiesen sind. Kosten für Verpackungsmaterial sind nicht abzugsfähig.

Keine steuerliche Anerkennung bei Barzahlung

„Wichtig ist, dass die Kosten für den Umzug überwiesen werden, was durch den Kontoauszug nachzuweisen ist. Wer seinen Umzug bar bezahlt, kann ihn nicht steuerlich geltend machen“, betont AMÖ-Geschäftsführer Dierk Hochgesang. „Die in der AMÖ organisierten Möbelspediteure machen ihre Kunden aber selbstverständlich darauf aufmerksam.“ Neben den Kosten für den Umzug können zusätzlich noch bis zu 1.200 Euro für Handwerkerleistungen zum Beispiel für das Streichen der neuen Wohnung steuerlich berücksichtigt werden.

Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastung

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann die Kosten in bestimmten Fällen als Werbungskosten geltend machen. Solche Fälle liegen vor, wenn erstmals eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen wird, beziehungsweise bei einem Wechsel des Arbeitgebers oder einer Versetzung der Weg zur Arbeit unverhältnismäßig wäre oder der Arbeitsweg durch den Umzug stark verkürzt wird.

„Neben den Kosten für die Umzugsspedition können dann noch weitere Werbungskosten sowie Kosten für sonstige Umzugsauslagen geltend gemacht werden“, erklärt Hochgesang. „Deshalb ist es wichtig, alle Rechnungen aufzuheben. Wenn Sie umgezogen sind, weil Sie zum ersten Mal eine Berufsausbildung beginnen, sind die Umzugskosten als Sonderausgaben absetzbar.“ Bei einem Umzug aus gesundheitlichen Gründen, wegen Hochwasser, eines Brandes oder ähnlicher Umstände können die Kosten bei der Steuererklärung gegebenenfalls als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden.

Abschließend erläutert Hochgesang: „In allen Fällen ist es selbstverständlich, dass nur solche Kosten steuerlich berücksichtigt werden können, die tatsächlich entstanden sind. Werden die Kosten vom Arbeitgeber, dem Dienstherrn, einem Amt oder einer Behörde erstattet, können Sie ebenfalls nicht geltend gemacht werden.“

Unser Rat

Erkundigen Sie sich vor Ihrem Umzug bei einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder direkt beim Finanzamt, unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang Umzugskosten in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.

Vertrauen Sie nur dem Umzugsprofi!

Wer ohne Ärger stressfrei umziehen will, sollte sein Hab und Gut ausschließlich Umzugsprofis in die Hände legen! Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. in Hattersheim am Main rät deshalb Verbrauchern, ausschließlich mit vertrauenswürdigen Umzugsprofis zusammen zu arbeiten - erkennbar am AMÖ-Qualitätslogo, dem rollenden Känguru.

Umzüge sind eine sehr intime Sache. Wenn fremde Personen Ihre Schränke ausräumen oder Ihre Schätzchen in Kisten packen, müssen Sie diesen Menschen vertrauen. Wer sicher sein will, dass er sich keine unseriöse Firma oder gar Umzugsbetrüger ins Haus holt, achtet deshalb auf ein ganz besonderes Qualitätslogo – das AMÖ-Känguru. Denn nicht alle Anbieter, die sich als Umzugsdienstleister ausgeben, arbeiten auch nach gängigen Qualitätsstandards, was auch ein Test von vier Umzugsunternehmen des ZDF-Verbrauchermagazins WISO im November 2018 bestätigt hat.

Hier sollten Verbraucher stutzig werden:

  • Der Anbieter ist nur per Handy oder Email erreichbar
  • Unvollständige Anbieter-Adresse
  • Angebote werden ohne Mehrwertsteuer erstellt
  • Selbstbeteiligung bei Schäden oder Haftung
  • Ihnen wird ein Pauschalangebot unterbreitet und es soll gleichzeitig „nach Aufwand“ abgerechnet werden.
  • Sonderangebote wie „4 Mann, 1 Lkw, 8 Stunden – für 320 Euro“
  • Es werden horrende Preise bzw. Preissteigerungen für Mehrstunden oder Aufzuggestellung gefordert.
  • Es werden pauschale Zuschläge für Montage, Pflanzentransport oder ähnliches erhoben.

Tipp 1: Angebote auf www.umzug.org einholen

Bevor Sie eine Umzugsdienstleistung in Anspruch nehmen, sollten Sie Angebote bei seriösen Unternehmen einholen. Diese verschaffen sich im Vorfeld einen genauen Überblick über das zu transportierende Umzugsgut und kommen dazu auch beim Kunden zuhause vorbei. Auf dieser Basis erhalten sie ein detailliertes Angebot, das alle Leistungen genau aufschlüsselt. Danach können Verbraucher in Ruhe abwägen, ob das jeweilige Angebot die Leistungen, die sie sich vorstellen, auch verspricht und halten kann. Im Normalfall ist dies deutlich wichtiger als die Frage nach dem Preis.

Tipp 2: Risiko vermeiden- AMÖ_Fachbetrieb wählen

Auf Nummer sicher gehen Verbraucher, wenn Sie mit einem Umzugsunternehmen zusammenarbeiten, das das Zertifikat „anerkannter AMÖ-Fachbetrieb“ des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. vorweisen kann. Die damit ausgezeichneten Unternehmen erfüllen höchste Standards in der Umzugsqualität – von der umfassenden Beratung, über transparente Angebote, bis zum fachmännischen Umzug sowie einer Rechnung, die den Ansprüchen des Finanzamts genügt.

Tipp 3: Achten Sie auf das AMÖ-Känguru

Es schützt Verbraucher vor schwarzen Schafen. Seriöse und vertrauenswürdige Umzugsprofis finden Sie im Internet auf dem kostenlosen und nicht kommerziellen Umzugsportal www.umzug.org.

AMÖ und Möbel Höffner: Verbraucherschutz-Allianz geht in die nächste Runde

Bereits 2017 sind der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. und Möbel Höffner eine Allianz für mehr Verbraucherschutz bei Umzügen eingegangen. Jetzt wurde das Bündnis bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V und Möbel Höffner bündeln weiterhin ihre Kräfte und führen ihre gemeinsame Aktion für mehr Verbraucherschutz fort. Dabei sollen die Kunden auch in Zukunft von der Expertise und den hohen Qualitätsansprüchen beider Bündnispartner profitieren.

Die AMÖ vertritt rund 900 Umzugsunternehmen. Möbel Höffner ist eines der führenden Möbelhandelsunternehmen Deutschlands. Die Partnerschaft soll Verbrauchern beim Umzug und beim Möbelkauf ein geprüftes Qualitätsversprechen garantieren. Denn gerade bei Umzügen lauern gewisse Risiken. Verbraucherschutz und Verbraucheraufklärung spielen da eine entscheidende Rolle. Die Partnerschaft zwischen der AMÖ und Möbel Höffner leistet dazu einen nennenswerten Beitrag, schließlich verstehen beide Parteien die Kundenbeziehungen sehr umfassend.

„Weil der Kauf von Möbeln oder Einrichtungsgegenständen oft auch im Zusammenhang mit einem Umzug steht, wollen wir unsere Kunden auch dann kompetent betreut wissen, wenn er unser Möbelhaus bereits verlassen hat“, erklärt Höffner-Geschäftsführer Thomas Dankert.

AMÖ-Geschäftsführer Dierk Hochgesang ergänzt: „Umziehende, die sich an ein Umzugsunternehmen wenden, das im Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. organisiert ist, arbeiten mit zuverlässigen Profis zusammen. Durch die Kooperation mit Möbel Höffner haben wir die Chance, einen großen Verbraucherkreis über die Auswahl eines qualitätsorientierten und leistungsfähigen Umzugsfachmanns zu informieren.“

Im Rahmen der Kooperation erhalten Kunden, die mit einem AMÖ-Fachbetrieb umziehen und von diesem einen entsprechenden Flyer bekommen, 5 Prozent Extrarabatt auf ihren Einkauf bei Möbel Höffner. Im Gegenzug legt Möbel Höffner allen Vertragsabschlussmappen einen Flyer bei, der vor Umzugsbetrug warnt und empfiehlt, sich im Falle eines Umzugs an einen anerkannten AMÖ-Fachbetrieb zu wenden – erkennbar am Qualitätslogo „das rollende Känguru“ als Zeichen für einen professionellen und kundenfreundlichen Umzug.

AMÖ-Zertifikate 2019 verliehen

Rund 680 Umzugsunternehmen haben als „anerkannte AMÖ-Fachbetriebe“ das AMÖ-Zertifikat 2019 des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. erhalten. Die mit dem AMÖ-Zertifikat ausgezeichneten Umzugsunternehmen haben sich zur umfassend hohen Qualität ihrer Dienstleistungen verpflichtet.

Das AMÖ-Zertifikat leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz: Wer mit einem AMÖ-Fachbetrieb umzieht kann das Risiko vermeiden, auf unseriöse Anbieter oder Umzugsbetrüger hereinzufallen.

Die mit dem AMÖ-Zertifikat ausgezeichneten Spediteure verpflichten sich, als ordentlicher Kaufmann zu handeln: Sie beraten gründlich und umfassend und erstellen übersichtliche, detaillierte Angebote sowie Rechnungen. Als Umzugsberater, Transportleiter und Packer werden nur Fachleute mit geeigneter und sicherer Technik und Geräten sowie umweltverträglichen Verpackungsmaterialien eingesetzt. Sollte es dennoch zu Meinungsverschiedenheiten mit dem Kunden kommen, wirken die Betriebe an einem Einigungsverfahren mit und folgen dem Spruch der Einigungsstelle der AMÖ. Umziehende, die sich an ein AMÖ-Unternehmen wenden, vermeiden damit das Risiko auf Umzugsbetrüger hereinzufallen.

Kontrolle durch Zertifizierungsdienst

Die AMÖ vergibt das Zertifikat seit 30 Jahren an Mitgliedsunternehmen, die zur Selbstverpflichtung und deren Überprüfung bereit sind. Die begleitende Qualitätskontrolle wird von der SVG Zertifizierungsdienst GmbH (SVG Zert) durchgeführt. Sie überprüft jedes Jahr eine repräsentative Anzahl von Unternehmen auf die Einhaltung der Bedingungen. Die Zertifikate enthalten neben Namen und Anschrift des Unternehmens ein Logo mit dem rollenden AMÖ-Känguru und dem Schriftzug „Qualitätskontrolle durch SVG-Zert“ sowie eine individuelle Zertifikatsnummer. Das Zertifikat jeweils wird für das laufende Jahr verliehen.

Kostenlos den Umzugsprofi finden

Die Umzugs- und Transportunternehmen, die das AMÖ-Zertifikat 2019 bekommen haben, sind im Verzeichnis „Ein AMÖ-Spediteur ist immer in Ihrer Nähe“ aufgeführt. Es kann hier heruntergeladen oder als Heft kostenfrei beim Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. unter info@amoe.de sowie telefonisch unter 06190-989813 angefordert werden. Außerdem sind die Unternehmen auf der Webseite www.umzug.org in einer Datenbank hinterlegt. Wer umziehen möchte, kann dort nach einem seriösen Umzugsunternehmen in seiner Nähe suchen. Einfach die Postleitzahl oder den Ort eingeben, fertig!

Starkes Wir-Gefühl in Kassel

Die Jahrestagung in Papenburg ist passé – und hat doch echte Maßstäbe für die Zukunft gesetzt. Die Resonanz auf unsere zweitägige Veranstaltung ist beeindruckend. Dass es ein überdurchschnittlich positives Feedback geben wird, ist allerdings wenig überraschend: Zu gut gelaunt und fröhlich feierten unsere Gäste auf dem AMÖ-Abend, lobten sie den Vortrag am Nachmittag unseres Keynote-Speakers Ibrahim Evsan, sammelten wichtige Infos und neue Anregungen für ihr Unternehmen auf unserem Marktplatz für Möbelspediteure oder waren sie voll und ganz mit dem Hotel und dem hochmotivierten Personal zufrieden.

Was im ersten Anschein zu sehr nach Eigenlob klingen mag lässt sich vielmehr mit breiter Brust verkünden: In unserer nachträglichen Umfrage erklärten sagenhafte 95 Prozent der Teilnehmer, die Jahrestagung habe ihre Erwartungen „voll erfüllt“ oder „erfüllt“. Vier von fünf Teilnehmer gefiel der „Digital ist Jetzt!“ von Evsan „sehr gut“ oder „gut“ – schon im Tagungssaal war während seines Vortrags zur Digitalisierung die Motivation, endlich den Hebel umzulegen und den Wandel einzuleiten, deutlich zu spüren. Erfreulich ebenfalls: Mehr als jeder neunte Befragte findet die Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Besuchern „sehr gut“ und „gut“. Um Sie jetzt nicht vollends mit nackten Zahlen zu langweilen: Das Tagungshotel, der Service, die Führung durch die Meyer Werft oder unser AMÖ-Abend erhielten ebenfalls fast ausschließlich Bestbewertungen.

Noch mehr dazu, die stolz geschwellte Brust zu zeigen, trägt die Resonanz unserer Sponsoren bei, denen die außerordentlich positive Stimmung nicht entgangen war. „Die Stimmung im Gewerbe ist erstaunlich gut. Das war auf der AMÖ-Jahrestagung deutlich zu spüren“, sagte etwa Christian Müller (TransPak). Ebenso resümiert Hendrik Streek, mit NeoMetrik ebenfalls ein langjähriger Wegbegleiter der AMÖ: „Uns hat die Jahrestagung einmal mehr sehr gut gefallen. Es ist immer eine tolle Atmosphäre und wir sind gerne im nächsten Jahr wieder dabei.“

Schiffsdock der Extraklasse

Bereits am Vorabend der Jahrestagung waren etliche Teilnehmer angereist und verbrachten auf Einladung des Fahrzeugwerks Bernard KRONE GmbH & Co. KG einen gemütlichen Willkommensabend und knüpften dabei die ersten Neukontakte. Spätestens zum AMÖ-Abend tags drauf, zu dessen Empfang die KRAVAG eingeladen hatte, konnten die Gespräche wieder aufgenommen werden.

Ausgiebig zusammen sitzen, aber nicht zu lange: Für einige Frühanreisende stand schon für den kommenden Morgen etwas ganz Großes auf dem Tagungsprogramm: Mit Bussen, die der GVN/BVN organisierte, ging es in die nur unweit des Tagungshotels entfernte Meyer Werft, vor deren Docks wie für sie bestellt das jüngst getaufte Kreuzfahrtschiff „Aida Nova“ ankerte. 1795 als Holzschiffswerft gegründet, befindet sich die Werft mittlerweile in siebter Generation im Besitz der Familie Meyer. Mitte der 1980er Jahre lief Papenburgs erster Luxusliner, die „Homeric“, vom Stapel. Bis 1987 entstand hier an der Ems eines der weltweit größten überdachten Baudocks. Das zweite, dessen Bauarbeiten 2008 abgeschlossen wurden, misst eine Gesamtlänge von 504 Meter.

Ein Novum der diesjährigen Tagung in Papenburg war der Infomarktplatz für Möbelspediteure. Dabei hatten acht Anbieter aus unterschiedlichsten Fachbereichen die Möglichkeit, sich und ihr Angebot den interessierten Besuchern vorzustellen.

Mit dabei: die Firma Hit/Matthäi, die ihren Kunden vollautomatisierte Hallen baut. „Schon sehr früh haben Möbelspediteure bei den Containerlägern auf innovative Konzepte gesetzt“, schrieb Hit/Matthäi als Vorankündigung in unser Tagungsheft. „Diese Innovation hat jetzt eine neue Stufe erreicht.“ Aussagen, die zurecht neugierig gemacht und eine Vielzahl Interessenten an den Stand gelockt haben. Nur einen Steinwurf entfernt informierte Axel Zain, Würth Leasing über die Möglichkeiten, wie Unternehmer mit Leasingmodellen ihren Fuhrpark immer auf dem aktuellen Stand der Technik halten und gleichzeitig flexibel bleiben.

Während die einen im Hotel Alte Werft den Infomarktplatz für Möbelspediteure besuchten, machte sich eine gut 30-köpfige Reisegruppe zu einem Stadtbesuch ins ostfriesische Leer auf. Dabei standen der Besuch einer ostfriesischen Teestube eine Hafenrundfahrt und eine Erkundungstour durch die Gässchen der Leeraner Altstadt auf dem Programm.

Auch der Freitagmorgen stand im Zeichen einer Stadterkundung, nur das bei dem Schlenderspaziergang parallel zur Delegiertenversammlung bei durchwachsenem Wetter der Stadtführer, übrigens ein waschechtes Nordlicht, nicht in ein Städtchen in Ostfriesland, sondern das weltbekannte „Venedig des Nordens“ Papenburg führte.

Klare Worte des AMÖ-Präsidenten

Die Geschlossenheit, die die Feiernden noch am AMÖ-Abend wenige Stunden zuvor demonstrierten und zelebrierten, ließen die Abgesandten zur Delegiertenversammlung nicht missen: Noch bevor es für einige von ihnen am Nachmittag auf die von KRONE angemietete Teststrecke zum Lang-Lkw-Fahren ging, beschlossen sie einstimmig unter anderem die Erhebung einer zweckgebundenen Sonderumlage für Marketingzwecke. Die Mittel sollen gezielt etwa zur Optimierung der Seite www.umzug.org, der Weiterentwicklung der Social-Media-Aktivitäten des Bundesverbandes und der Produktion von Videoclips eingesetzt werden.

Zuvor hatte AMÖ-Präsident Frank Schäfer in seiner Eröffnungsrede klare Worte an die Öffentlichkeit und die Bundesregierung gerichtet. Beispiel Mautausweitung und Mautbefreiung: „Die Einschätzung der Bundesregierung, dass die Mautausweitung keine Auswirkungen auf die Preise haben wird, teilen wir nicht. Mehr als zwei Milliarden Euro müssen von irgendjemandem aufgebracht werden“, sagte Schäfer. Letztlich würden sich die Zusatzkosten der Maut in irgendeiner Art und Weise beim Verbraucher wiederfinden, was „am Ende eine Mehrbelastung von rund 25 Euro im Jahr für jeden Bürger vom Säugling bis zum Greis bedeutet“.

Beispiel Abbiegeassistent: „Wir unterstützen alles, was die Sicherheit im Verkehr erhöht. Wir unterstützen deswegen sehr gerne und mit Überzeugung die ‚Aktion Abbiegeassistent‘ des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU).“ Allerdings müsse sehr schnell Klarheit her, welche Systeme den Anforderungen entsprechen. „Wir benötigen allerdings begleitend auch eine Kampagne, mit der die Radfahrer angehalten werden, sich ihrerseits ebenso an die Verkehrsregeln zu halten“, betonte Schäfer.

Beispiel Personal: Auch hier drückt der Schuh gewaltig – nicht nur bei den Möbelspediteuren. Soziale Dienste, Pflege, Gastronomie, das Handwerk und viele weitere Bereiche der Wirtschaft stehen auf der Liste. Berechnungen zufolge führe der Personalmangel zu einem verringerten Wirtschaftswachstum von mehr als 30 Milliarden Euro. „Wir begrüßen deswegen, dass mit einem Einwanderungsgesetz qualifizierte Kräfte gewonnen werden sollen. Die neuen Fördertöpfe für die Förderung von Langzeitarbeitslosen sehen wir dagegen skeptisch“, sagte der AMÖ-Präsident mit Blick auf ähnliche Probleme in der Vergangenheit, als es zu Verwerfungen durch übergeförderte Beschäftigungsverhältnisse kam. Schäfer: „Wenn durch einen neu geschaffenen, geförderten Arbeitsmarkt die Arbeitsplätze im regulären Arbeitsmarkt gefährdet werden, ist niemandem gedient.“ Daher müsse die Frage gestellt werden, weshalb nicht etwa diejenigen Migranten dauerhaft bleiben dürfen, die Einsatz zeigen und eine Ausbildung machen. Weder für Unternehmer, noch für diese Menschen sei es nachvollziehbar, dass ausgerechnet die Engagierten und Motivierten, die sich dazu unserem Gesellschaftssystem anpassen wollen, dann ausgewiesen würden. „Wenn man Zeichen setzen will, kann man es genau in diesem Punkt.“

Besuch vom Staatssekretär

Hoher Besuch aus den Reihen des Bundesverkehrsministeriums kam in Person von Dr. Gerhard Schulz nach Papenburg. Der Staatssekretär nahm in seiner Ansprache manchen von Schäfer zugespielten Ball auf und stand anschließend zu aktuellen Themen der Verkehrspolitik Rede und Antwort.

Dessen Teilnahme hing trotz Zusage lange in der Schwebe. Eigentlich war geplant, dass Schulz kurzfristig nach Indien reist, um dort das Bundesverkehrsministerium zu vertreten. Dass er die Möbelspediteure vorgezogen habe, sei ein wichtiges Signal, denn „bei aller Wichtigkeit guter internationaler Beziehungen ist es allerdings natürlich auch so, dass nun nicht gerade am Ganges, sondern hier diejenigen versammelt sind, die von der deutschen Verkehrspolitik unmittelbar betroffen sind“, betonte Schäfer.

Seinen Dank richtete Schulz an die Verbände der Straßenverkehrswirtschaft, die die Ausweitung der Nutzerfinanzierung der Infrastruktur unterstützt haben. Die Regierung, sagte er, fühle sich an die Zusage der Mautharmonisierung weiterhin uneingeschränkt gebunden. Außerdem sprach er sich strikt gegen emissionsbedingte Fahrverbote aus, wie sie jüngst in Frankfurt/Main Thema wurden. Anstelle von Fahrzeugen, die gelegentliche Pendelverkehre durchführten, müssten insbesondere diejenigen nachgerüstet werden, die permanent fahren, wie etwa städtische Entsorgungs- und Personenverkehrsfahrzeuge. Eine Aussage, die VSL-Geschäftsführer Andrea Marongiu nicht unkommentiert lassen wollte. Es müsse dringend verhindert werden, gab er Staatssekretär Schulz mit auf den Weg, dass ein föderaler Flickenteppich entstünde, weil in den einzelnen Kommunen unterschiedlichen Regelungen zugelassen würden.

Bei all dem positiven Feedback bleibt noch festzuhalten, dass ohne Sponsoren eine Veranstaltung dieser Art nur schwer alleine zu stemmen wäre. Wir bedanken uns deshalb ganz herzlich bei unseren Hauptsponsoren, der Fahrzeugwerk Bernard KRONE GmbH & Co. KG und Mercedes-Benz, sowie bei unseren Sponsoren Denkpark GmbH (moverscan), der KRAVAG, HIT/Matthäi, NeoMetrik GmbH, RoldoRent GmbH, TransPak AG sowie dem Gesamtverkehrsgewerbe Niedersachen e.V. (GVN) und dem Bildungswerk Verkehrsgewerbe Niedersachen e.V. (BVN). Wir freuen uns, wenn wir auch 2019 in Essen, dann auf der Messe MöLo, wieder mit Ihnen als Partner gemeinsam tagen und feiern können!

AMÖ trauert um Horst Hannich

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. in Hattersheim am Main trauert um Horst Hannich. Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der AMÖ ist am 18. August 2018 im Alter von 88 Jahren verstorben.

Hannich wurde 1983 in den geschäftsführenden Vorstand der AMÖ gewählt und war von 1989 bis 1993 stellvertretender Vorsitzender unseres Bundesverbandes, der damals noch unter dem Namen „Arbeitsgemeinschaft Möbeltransport“ (AMÖ) bekannt war.

In seiner Zeit hatte sich Horst Hannich in zahlreichen Ehrenämtern für die Gemeinschaft der Möbelspediteure eingesetzt. So war er unter anderem von 1971 bis 1995 Mitglied der Tarifkommission für die Beförderung von Umzugsgut beim Bundesverkehrsministerium, Mitglied in der UMVS-Führungskommission, seit 1963 Delegierter und seit 1967 Mitglied des Vorstandes Badischer Spediteure. Seit 1976 brachte er als Mitglied des Ausschusses für die Beförderung von Umzugsgut sein Wissen und seine Erfahrung unmittelbar in die Arbeit der AMÖ ein.

In seiner Heimatregion war Horst Hannich unter anderem auch Mitglied des Verkehrsausschusses der IHK Karlsruhe, sowie zunächst Mitglied des Aufsichtsrates und seit 1975 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Bretten.

Sein ehrenamtliches Engagement wurde 1993 mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

Die AMÖ und die Möbelspediteure werden Horst Hannich ein ehrendes Andenken bewahren. Seiner Familie gilt unser tiefes und aufrichtiges Mitgefühl.

AMÖ fordert Weitsicht bei Fahrverboten

In seinem heutigen Urteil hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Fahrverbote grundsätzlich genehmigt. Anlässlich dieser Entscheidung appelliert der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. an die Kommunen, umsichtig mit der ihnen damit übertragenen Verantwortung umzugehen. Insbesondere der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit müsse beachtet werden.

 

AMÖ trauert um Carsten Busch

Am 8. Februar 2018 ist der ehemalige Vizepräsident des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. und Vorsitzende der Fachvereinigung Möbelspedition im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e.V., Carsten Busch, nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren verstorben.

AMÖ-Zertifikate 2018 verliehen: Das rollende Känguru steht für Verbraucherschutz beim Umzug

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. hat an 731 Umzugsunternehmen das AMÖ-Zertifikat 2018 verliehen. Die ausgezeichneten Betriebe haben sich zur umfassend hohen Qualität ihrer Dienstleistungen verpflichtet. Das AMÖ-Zertifikat leistet ein wichtiges Stück Verbraucherschutz.  Umziehende  können das Risiko vermeiden, auf unseriöse Anbieter oder Umzugsbetrüger hereinzufallen.

Branchenpositionen der Verkehrs- und Logistikwirtschaft für die Koalitionsverhandlungen in der 19. Legislaturperiode

Güterverkehr und Logistik sind tragende Säulen der deutschen Wirtschaft und Grundlage für den Wohlstand unserer Gesellschaft. Für den überwiegend mittelständisch geprägten Wirtschaftssektor ist es entscheidend, auch in Zukunft unter sicheren, fairen und verlässlichen Bedingungen arbeiten zu können. Daher haben die vier Verbände der Transport- und Logistikwirtschaft AMÖ, BGL, BWVL und DSLV für die 19. Legislaturperiode die nachfolgenden Forderungen an die künftigen, eine Bundesregierung tragenden Koalitionsfraktionen.

Speditions- und Straßentransportverbände für einheitliches EU-Fahrpersonalrecht

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) und der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) unterstützen den Vorstoß der Koalitionsfraktionen zur wöchentlichen Ruhezeit.

AMÖ beim ZDF: Stressfrei umziehen

In der beliebten Verbrauchersendung „Volle Kanne“ behandelte die Redaktion am Morgen des 20. Februar das Thema „stressfrei umziehen“. Dabei begleitete das ZDF einen Umzug mit der Kamera und beobachtete die Profis bei der Arbeit. Bei der reibungslosen Arbeit des AMÖ-Mitgliedsunternehmens kam sogar ein Möbelaufzug zum Einsatz.

Neue Mindestlohnverordnung schafft neue Probleme

Die Einkommensgrenze für die Dokumentations- und Meldepflichten nach dem Mindestlohngesetz wird ab dem 1. August 2015 für diejenigen Arbeitnehmer auf 2.000 Euro brutto reduziert, deren Arbeitgeber diesen Lohn nachweislich in den letzten zwölf Monaten ausgezahlt haben. Im Betrieb mitarbeitende Familienangehörige sind zukünftig von der Verpflichtung ausgenommen, ihre Arbeitszeiten zu dokumentieren.

Kritik an der Vollzugspraxis des Mindestlohngesetzes – Logistikunternehmen dürfen nicht unter Generalverdacht geraten

Gemeinsame Pressemitteilung:

  • Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ)
  • Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)
  • Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL)
  • Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV)