Starkes Wir-Gefühl in Papenburg

Auf unserer Jahrestagung haben wir gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen eindrucksvoll bewiesen, dass die AMÖ-Familie fest zusammensteht.

Die Jahrestagung in Papenburg ist passé – und hat doch echte Maßstäbe für die Zukunft gesetzt. Die Resonanz auf unsere zweitägige Veranstaltung ist beeindruckend. Dass es ein überdurchschnittlich positives Feedback geben wird, ist allerdings wenig überraschend: Zu gut gelaunt und fröhlich feierten unsere Gäste auf dem AMÖ-Abend, lobten sie den Vortrag am Nachmittag unseres Keynote-Speakers Ibrahim Evsan, sammelten wichtige Infos und neue Anregungen für ihr Unternehmen auf unserem Marktplatz für Möbelspediteure oder waren sie voll und ganz mit dem Hotel und dem hochmotivierten Personal zufrieden.

Was im ersten Anschein zu sehr nach Eigenlob klingen mag lässt sich vielmehr mit breiter Brust verkünden: In unserer nachträglichen Umfrage erklärten sagenhafte 95 Prozent der Teilnehmer, die Jahrestagung habe ihre Erwartungen „voll erfüllt“ oder „erfüllt“. Vier von fünf Teilnehmer gefiel der „Digital ist Jetzt!“ von Evsan „sehr gut“ oder „gut“ – schon im Tagungssaal war während seines Vortrags zur Digitalisierung die Motivation, endlich den Hebel umzulegen und den Wandel einzuleiten, deutlich zu spüren. Erfreulich ebenfalls: Mehr als jeder neunte Befragte findet die Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Besuchern „sehr gut“ und „gut“. Um Sie jetzt nicht vollends mit nackten Zahlen zu langweilen: Das Tagungshotel, der Service, die Führung durch die Meyer Werft oder unser AMÖ-Abend erhielten ebenfalls fast ausschließlich Bestbewertungen.

Noch mehr dazu, die stolz geschwellte Brust zu zeigen, trägt die Resonanz unserer Sponsoren bei, denen die außerordentlich positive Stimmung nicht entgangen war. „Die Stimmung im Gewerbe ist erstaunlich gut. Das war auf der AMÖ-Jahrestagung deutlich zu spüren“, sagte etwa Christian Müller (TransPak). Ebenso resümiert Hendrik Streek, mit NeoMetrik ebenfalls ein langjähriger Wegbegleiter der AMÖ: „Uns hat die Jahrestagung einmal mehr sehr gut gefallen. Es ist immer eine tolle Atmosphäre und wir sind gerne im nächsten Jahr wieder dabei.“

Schiffsdock der Extraklasse

Bereits am Vorabend der Jahrestagung waren etliche Teilnehmer angereist und verbrachten auf Einladung des Fahrzeugwerks Bernard KRONE GmbH & Co. KG einen gemütlichen Willkommensabend und knüpften dabei die ersten Neukontakte. Spätestens zum AMÖ-Abend tags drauf, zu dessen Empfang die KRAVAG eingeladen hatte, konnten die Gespräche wieder aufgenommen werden.

Ausgiebig zusammen sitzen, aber nicht zu lange: Für einige Frühanreisende stand schon für den kommenden Morgen etwas ganz Großes auf dem Tagungsprogramm: Mit Bussen, die der GVN/BVN organisierte, ging es in die nur unweit des Tagungshotels entfernte Meyer Werft, vor deren Docks wie für sie bestellt das jüngst getaufte Kreuzfahrtschiff „Aida Nova“ ankerte. 1795 als Holzschiffswerft gegründet, befindet sich die Werft mittlerweile in siebter Generation im Besitz der Familie Meyer. Mitte der 1980er Jahre lief Papenburgs erster Luxusliner, die „Homeric“, vom Stapel. Bis 1987 entstand hier an der Ems eines der weltweit größten überdachten Baudocks. Das zweite, dessen Bauarbeiten 2008 abgeschlossen wurden, misst eine Gesamtlänge von 504 Meter.

Ein Novum der diesjährigen Tagung in Papenburg war der Infomarktplatz für Möbelspediteure. Dabei hatten acht Anbieter aus unterschiedlichsten Fachbereichen die Möglichkeit, sich und ihr Angebot den interessierten Besuchern vorzustellen.

Mit dabei: die Firma Hit/Matthäi, die ihren Kunden vollautomatisierte Hallen baut. „Schon sehr früh haben Möbelspediteure bei den Containerlägern auf innovative Konzepte gesetzt“, schrieb Hit/Matthäi als Vorankündigung in unser Tagungsheft. „Diese Innovation hat jetzt eine neue Stufe erreicht.“ Aussagen, die zurecht neugierig gemacht und eine Vielzahl Interessenten an den Stand gelockt haben. Nur einen Steinwurf entfernt informierte Axel Zain, Würth Leasing über die Möglichkeiten, wie Unternehmer mit Leasingmodellen ihren Fuhrpark immer auf dem aktuellen Stand der Technik halten und gleichzeitig flexibel bleiben.

Während die einen im Hotel Alte Werft den Infomarktplatz für Möbelspediteure besuchten, machte sich eine gut 30-köpfige Reisegruppe zu einem Stadtbesuch ins ostfriesische Leer auf. Dabei standen der Besuch einer ostfriesischen Teestube eine Hafenrundfahrt und eine Erkundungstour durch die Gässchen der Leeraner Altstadt auf dem Programm.

Auch der Freitagmorgen stand im Zeichen einer Stadterkundung, nur das bei dem Schlenderspaziergang parallel zur Delegiertenversammlung bei durchwachsenem Wetter der Stadtführer, übrigens ein waschechtes Nordlicht, nicht in ein Städtchen in Ostfriesland, sondern das weltbekannte „Venedig des Nordens“ Papenburg führte.

Klare Worte des AMÖ-Präsidenten

Die Geschlossenheit, die die Feiernden noch am AMÖ-Abend wenige Stunden zuvor demonstrierten und zelebrierten, ließen die Abgesandten zur Delegiertenversammlung nicht missen: Noch bevor es für einige von ihnen am Nachmittag auf die von KRONE angemietete Teststrecke zum Lang-Lkw-Fahren ging, beschlossen sie einstimmig unter anderem die Erhebung einer zweckgebundenen Sonderumlage für Marketingzwecke. Die Mittel sollen gezielt etwa zur Optimierung der Seite www.umzug.org, der Weiterentwicklung der Social-Media-Aktivitäten des Bundesverbandes und der Produktion von Videoclips eingesetzt werden.

Zuvor hatte AMÖ-Präsident Frank Schäfer in seiner Eröffnungsrede klare Worte an die Öffentlichkeit und die Bundesregierung gerichtet. Beispiel Mautausweitung und Mautbefreiung: „Die Einschätzung der Bundesregierung, dass die Mautausweitung keine Auswirkungen auf die Preise haben wird, teilen wir nicht. Mehr als zwei Milliarden Euro müssen von irgendjemandem aufgebracht werden“, sagte Schäfer. Letztlich würden sich die Zusatzkosten der Maut in irgendeiner Art und Weise beim Verbraucher wiederfinden, was „am Ende eine Mehrbelastung von rund 25 Euro im Jahr für jeden Bürger vom Säugling bis zum Greis bedeutet“.

Beispiel Abbiegeassistent: „Wir unterstützen alles, was die Sicherheit im Verkehr erhöht. Wir unterstützen deswegen sehr gerne und mit Überzeugung die ‚Aktion Abbiegeassistent‘ des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU).“ Allerdings müsse sehr schnell Klarheit her, welche Systeme den Anforderungen entsprechen. „Wir benötigen allerdings begleitend auch eine Kampagne, mit der die Radfahrer angehalten werden, sich ihrerseits ebenso an die Verkehrsregeln zu halten“, betonte Schäfer.

Beispiel Personal: Auch hier drückt der Schuh gewaltig – nicht nur bei den Möbelspediteuren. Soziale Dienste, Pflege, Gastronomie, das Handwerk und viele weitere Bereiche der Wirtschaft stehen auf der Liste. Berechnungen zufolge führe der Personalmangel zu einem verringerten Wirtschaftswachstum von mehr als 30 Milliarden Euro. „Wir begrüßen deswegen, dass mit einem Einwanderungsgesetz qualifizierte Kräfte gewonnen werden sollen. Die neuen Fördertöpfe für die Förderung von Langzeitarbeitslosen sehen wir dagegen skeptisch“, sagte der AMÖ-Präsident mit Blick auf ähnliche Probleme in der Vergangenheit, als es zu Verwerfungen durch übergeförderte Beschäftigungsverhältnisse kam. Schäfer: „Wenn durch einen neu geschaffenen, geförderten Arbeitsmarkt die Arbeitsplätze im regulären Arbeitsmarkt gefährdet werden, ist niemandem gedient.“ Daher müsse die Frage gestellt werden, weshalb nicht etwa diejenigen Migranten dauerhaft bleiben dürfen, die Einsatz zeigen und eine Ausbildung machen. Weder für Unternehmer, noch für diese Menschen sei es nachvollziehbar, dass ausgerechnet die Engagierten und Motivierten, die sich dazu unserem Gesellschaftssystem anpassen wollen, dann ausgewiesen würden. „Wenn man Zeichen setzen will, kann man es genau in diesem Punkt.“

Besuch vom Staatssekretär

Hoher Besuch aus den Reihen des Bundesverkehrsministeriums kam in Person von Dr. Gerhard Schulz nach Papenburg. Der Staatssekretär nahm in seiner Ansprache manchen von Schäfer zugespielten Ball auf und stand anschließend zu aktuellen Themen der Verkehrspolitik Rede und Antwort.

Dessen Teilnahme hing trotz Zusage lange in der Schwebe. Eigentlich war geplant, dass Schulz kurzfristig nach Indien reist, um dort das Bundesverkehrsministerium zu vertreten. Dass er die Möbelspediteure vorgezogen habe, sei ein wichtiges Signal, denn „bei aller Wichtigkeit guter internationaler Beziehungen ist es allerdings natürlich auch so, dass nun nicht gerade am Ganges, sondern hier diejenigen versammelt sind, die von der deutschen Verkehrspolitik unmittelbar betroffen sind“, betonte Schäfer.

Seinen Dank richtete Schulz an die Verbände der Straßenverkehrswirtschaft, die die Ausweitung der Nutzerfinanzierung der Infrastruktur unterstützt haben. Die Regierung, sagte er, fühle sich an die Zusage der Mautharmonisierung weiterhin uneingeschränkt gebunden. Außerdem sprach er sich strikt gegen emissionsbedingte Fahrverbote aus, wie sie jüngst in Frankfurt/Main Thema wurden. Anstelle von Fahrzeugen, die gelegentliche Pendelverkehre durchführten, müssten insbesondere diejenigen nachgerüstet werden, die permanent fahren, wie etwa städtische Entsorgungs- und Personenverkehrsfahrzeuge. Eine Aussage, die VSL-Geschäftsführer Andrea Marongiu nicht unkommentiert lassen wollte. Es müsse dringend verhindert werden, gab er Staatssekretär Schulz mit auf den Weg, dass ein föderaler Flickenteppich entstünde, weil in den einzelnen Kommunen unterschiedlichen Regelungen zugelassen würden.

Bei all dem positiven Feedback bleibt noch festzuhalten, dass ohne Sponsoren eine Veranstaltung dieser Art nur schwer alleine zu stemmen wäre. Wir bedanken uns deshalb ganz herzlich bei unseren Hauptsponsoren, der Fahrzeugwerk Bernard KRONE GmbH & Co. KG und Mercedes-Benz, sowie bei unseren Sponsoren Denkpark GmbH (moverscan), der KRAVAG, HIT/Matthäi, NeoMetrik GmbH, RoldoRent GmbH, TransPak AG sowie dem Gesamtverkehrsgewerbe Niedersachen e.V. (GVN) und dem Bildungswerk Verkehrsgewerbe Niedersachen e.V. (BVN). Wir freuen uns, wenn wir auch 2019 in Essen, dann auf der Messe MöLo, wieder mit Ihnen als Partner gemeinsam tagen und feiern können! dwa