Pressemeldungen | Archiv

2020

Kaum Kurzarbeit oder Kündigungen: AMÖ-Spediteure trotzen Corona!

Die Arbeitsplätze in den Möbelspeditionen in Deutschland sind und bleiben sicher – jedenfalls in solchen, die im Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. und seinen Landesverbänden Mitglied sind. Wie eine erneute Umfrage der AMÖ unter ihren rund 800 Mitgliedsunternehmen zeigt, wurde das Personal in neun von zehn Unternehmen ohne Kündigungen weiterbeschäftigt. Nur bei drei Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen könnte es infolge der Corona-Krise zu Entlassungen kommen.

Weil aufgrund der Kündigungsfristen unter anderem Wohnungswechsel nicht vor einem Virus haltmachen können, sind die Auftragsbücher gut gefüllt: Für Privatumzüge von Selbstzahlern verzeichneten acht von zehn der Befragten keine oder nur mäßige Umsatzrückgänge. Im Segment Erstattungsumzüge stellten drei von vier Befragte keine oder nur mäßige Umsatzeinbußen fest. Im Bereich der Objektumzüge sowie in der Neumöbellogistik lag die Quote bei noch rund zwei Drittel.

Kurzarbeit ist im Gewerbe fast kein Thema: Weniger als jeder fünfte Umfrageteilnehmer gab an, im September und/oder Oktober 2020 Kurzarbeitergeld beantragt zu haben, um die wichtigen Fachkräfte in den Unternehmen halten zu können.

Möbelspeditionen finanziell „auf gesunden Beinen“

Damit setzen die in der AMÖ organisierten Möbelspediteure ein positives und verantwortungsvolles Zeichen an ihr Personal und stellen einmal mehr die Anpassungsfähigkeit einer Branche unter Beweis, die schon zahlreiche Krisen erlebt und überstanden hat und mit ihren aktuellen Entscheidungen die Existenzfähigkeit während und nach der Corona-Pandemie gesichert hat.

Ein weiterer Beleg: Acht von zehn AMÖ-Betriebe hatten zum Zeitpunkt der Befragung bei der KfW keine Liquiditätshilfe beantragt bzw. planten dies auch nicht. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer macht auch von den Soforthilfen keinen Gebrauch.

Ebenso haben sich die Investitionsplanungen verbessert: Gaben in der Erstbefragung noch vier von zehn AMÖ-Mitgliedsunternehmen an, bis zu 50 Prozent ihrer geplanten Investitionen zurückstellen, lag der Anteil jetzt bei nur noch einem Drittel. Zudem will laut aktueller Umfrage nur noch etwa jeder Fünfte die geplanten Investitionen aus Gründen der Liquiditätssicherung und entstehender Folgekosten sogar komplett zusammenstreichen.

Als Resümee bleibt festzuhalten: AMÖ-Mitgliedsunternehmen weisen eine solide Eigenkapitalausstattung vor und stehen trotz Corona-Krise auf einem vergleichsweise festen Fundament. Im Vergleich zur Umfrage im April 2020 äußern sich die Mitgliedsunternehmen im September auch insgesamt weitaus optimistischer zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Verbraucher und gewerbliche Auftraggeber können sich gewiss sein, dass ihre Aufträge heute wie in Zukunft gewohnt zuverlässig und professionell ausgeführt werden, auch wenn angesichts der behördlichen Auflagen der Aufwand in einigen Bereichen steigen wird

Delegiertenversammlung bestätigt Frank Schäfer als AMÖ-Präsidenten

Frank Schäfer ist als Präsident der AMÖ im Amt bestätigt worden. Das haben die Delegierten auf ihrer virtuellen Versammlung am Donnerstag, 22. Oktober 2020, mit ihren schriftlichen Stimmabgaben entschieden. Auch die Vizepräsidenten Dr. Martin Ahnefeld, Stefan Klein und Jürgen Zantis wurden für eine weitere Amtsperiode gewählt.

„Ich bedanke mich auch im Namen meiner Vizepräsidenten, die heute Corona-bedingt leider nicht anwesend sein können, für den Vertrauensbeweis und darüber, für drei weitere Jahre im Präsidium der AMÖ aktiv für die im Verband organisierten Möbelspediteure tätig sein zu dürfen“, sendete Schäfer seine Dankesworte zur Wiederwahl in die Kamera. Als eine der größeren Herausforderungen zu Beginn der zweiten Amtsperiode sieht Schäfer die aktuelle Corona-Pandemie, in der es seit Ausbruch verstärkt darum gehe, die Mitgliedsbetriebe adäquat zu begleiten und zu unterstützen, damit deren unternehmerische Tätigkeit nicht noch weiter eingeschränkt werde. „Wir werden auch weiterhin unser Möglichstes tun, um Ihnen die richtigen Hilfestellungen für Ihre tägliche Arbeit zu bieten!“

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. veranstalte seine Delegiertenversammlung aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie virtuell. Dabei wurde der Seminarraum der AMÖ-Geschäftsstelle in Hattersheim am Main in ein kleines Sendestudio umfunktioniert. Durch die Veranstaltung führten als Gastgeber AMÖ-Präsident Frank Schäfer und AMÖ-Hauptgeschäftsführer Dierk Hochgesang. Die an der virtuellen Versammlung teilnehmenden Mitgliedsunternehmen, Vertreter der Partnerverbände sowie übrigen Gäste hatten bei der Versammlung des obersten Organs zur Willensbildung in der AMÖ die außerordentliche Gelegenheit, sich ohne reisen zu müssen aus erster Hand über aktuelle und künftige Entwicklungen im Bundesverband und im Gewerbe zu informieren.

Neue Beitragsordnung beschlossen

Die Wahl des Präsidiums und sämtliche Beschlussfassungen erfolgten im Vorfeld der Mitgliederversammlung im schriftlichen Verfahren. Neben den üblichen Beschlüssen über den Haushalt der AMÖ wurde außerdem die neue Beitragsordnung der AMÖ beschlossen. Die Ergebnisse der schriftlichen Abstimmungen wurden während der Veranstaltungen durch Rechtsanwalt Heiko Nagel, Geschäftsführer im Verband des Verkehrsgewerbes Rheinhessen-Pfalz, und Andreas Funke, Vorsitzender im Fachverband Möbelspedition, Umzugslogistik und Relocation Hessen e.V. ermittelt und live bekanntgegeben.

Zum Abschluss betonte Hochgesang, dass diese Form einer Mitgliederversammlung hoffentlich ein einmaliges Ereignis bleiben werde. „Die Vorbereitungen für eine reale Präsenzveranstaltung im Jahr 2021, dann wieder im Rahmen der Messe MöLo vom 29. bis 30. September in Essen, laufen bereits.“

AMÖ und Partner: Verbände gründen neues Versorgungswerk

Mit der „MobilitätsRente“ schaffen die Verkehrsverbände attraktive Angebote bei Altersvorsorge sowie Kranken- und Unfallversicherung für alle Unternehmen in den Bereichen Spedition und Logistik, Lagerhaltung, Güterverkehr, Entsorgung und Personenbeförderung. Das gemeinsame „Versorgungswerk der Verkehrswirtschaft e.V. (VVW)“ bündelt die bisherigen Einzelaktivitäten der Verbände zur sozialen Absicherung der Beschäftigten ihrer Branchen und trägt dazu bei, die bestehenden Leistungen zu stärken und den Umfang der betrieblichen Altersversorgung zu erhöhen.

Breites Angebot an Vorsorgelösungen

Im neuen Versorgungswerk VVW verschmelzen das bestehende Versorgungswerk Transport, Spedition und Logistik Deutschland e.V. (TSL) und das SVL Versorgungswerk des Straßenverkehrs- und Logistikgewerbes e.V.. Unternehmen der Güter- und Personenverkehrsbranche können ab sofort aus dem breiten Produktportfolio der exklusiven Versicherungspartner Allianz und R+V Versicherung auswählen.

Im VVW werden wie bisher Direktversicherung, Pensionszusage und Unterstützungskasse für die Altersvorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung angeboten, neu hinzu kommen künftig Zeitwertkonten, Unfallversicherung und betriebliche Krankenversicherung. Die in den Versorgungswerken TSL und SVL bereits bestehenden Altersvorsorge-Verträge werden ohne Nachteile für die Beschäftigten unverändert fortgeführt.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, sinkenden Rentenniveaus sowie anhaltenden Fachkräftemangels können den Beschäftigten der Verkehrsbranchen durch den Abschluss von Gruppenversicherungsverträgen besonders attraktive Konditionen bei Altersvorsorge sowie Kranken- und Unfallversicherung angeboten werden.

Als zweite Säule der Ruhestandsvorsorge gewinnt die betriebliche Altersversorgung zunehmend an Bedeutung. Mit der „Mobilitäts-Rente“ setzt die Verkehrsbranche ein Zeichen für die Wahrnehmung der sozialen Verantwortung der Unternehmen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die grundsätzliche Stärkung der betrieblichen Altersversorgung.

Weitere Informationen zum neuen branchenübergreifenden Versorgungswerk unter www.mobilitaetsrente.de.

Branchenweite soziale Absicherung

Träger des neuen Versorgungswerks sind der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e.V., der Bundesverband Möbelspedition und Logistik e.V. (AMÖ), der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. (BDO), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik e.V. (BWVL) sowie die Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr eG (SVG).

Foto: Regina Sablotny

Kräfte gebündelt: AMÖ und DCC gehen Cross-Mitgliedschaft ein

Das Daten Competence Center e.V. (DCC) gestaltet und koordiniert als gemeinsame Kommunikations- und Standardisierungsplattform seit mehr als zwei Jahrzehnten den Datenaustausch von Möbelindustrie und -handel. Seit 2016 organisiert es zudem die Brancheninitiative Zimlog, die seit kurzem als eigenständiger DCC-Fachbeirat operiert. Arbeitsschwerpunkt dieses Gremiums ist das anerkannte Nadelöhr in der Wertschöpfungskette Möbel – die Logistik. Um die künftige Arbeit noch effektiver zu gestalten, haben DCC und der Bundesverband Möbelspedition und Logistik e.V. (AMÖ) nun die gegenseitige Mitgliedschaft in ihren Organisationen beschlossen.

Dierk Hochgesang, Hauptgeschäftsführer der Branchenorganisation mit Sitz im hessischen Hattersheim nahe Frankfurt, freut sich, dass nach langen Jahren vertrauensvollem fachlichen Austauschs nunmehr das DCC assoziiertes Mitglied in der AMÖ geworden ist und die AMÖ umgekehrt Mitglied im DCC werden konnte: „AMÖ und DCC arbeiten bereits seit längerem im Rahmen der Zukunftsinitiative Möbellogistik zusammen und bringen jetzt durch die Cross-Mitgliedschaft der Organisationen ihren Willen zum Ausdruck, die Aktivitäten für einen Dialog von Möbelindustrie, Möbelhandel und Möbellogistikern sowie gemeinsamer Initiativen der Branchen enger zu verzahnen.“

„Wir sind überzeugt, dass wir mit der jetzt institutionalisierten Zusammenarbeit eine neue Stufe für die Zimlog, die aus einer Logistik-Initiative der Verbände heraus entwickelt worden war, erreichen. Gegenseitiges Verständnis ist eine wesentliche Voraussetzung, um gute Ergebnisse für alle Beteiligten zu erzielen.“

DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer unterstreicht diese Aussagen: „Mit dem Handelsverband Möbel und Küchen verbindet uns schon länger eine gegenseitige Partnerschaft. Wichtig ist, dass wir jetzt auch mit Blick auf die Möbellogistik die Reihen schließen. Denn Lagerung und Transport von Möbeln sind akute Hotspots: ob Fahrermangel, Wartezeiten oder IT, ob alternative Antriebe, CO2-Bilanz oder Dieselpreise – der langfristige Erfolg der Möbelbranche in Deutschland hängt maßgeblich an einer top-vernetzten, perfekt funktionierenden und hochwertigen Logistik.“

Foto: DCC

Erklärung: Deutsche Logistikbranche hat ihre Versprechen gehalten!

Die deutsche Logistikbranche hat ihr Versprechen aus dem Gütertransportpakt für Deutschland gehalten. Die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Gesellschaft wurde während der hochkritischen Zeit der Corona-Krise durchweg gewährleistet, die Lieferketten hielten Stand. Die Verbände des Gütertransportpaktes danken daher allen Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre herausragende Leistung in dieser Zeit! Sie danken überdies der Bundesregierung für die unbürokratische Hilfe und die flexible Handhabung aller Ausnahmeregelungen.

Jetzt kommt es darauf an, den langsamen Hochlauf nachhaltig zu gestalten.  Dazu gehört, in der Zeit des Überangebots von Transportkapazitäten fair und solidarisch miteinander umzugehen. Die beste Garantie für einen fairen Wettbewerb ist die Einhaltung des Wettbewerbsrechts. Um die aktuellen Herausforderungen bei der anstehenden Wiederbelebung unserer Wirtschaft sowie mögliche neue Krisen erfolgreich bewältigen zu können, müssen alle Marktteilnehmer im Gütertransportmarkt auf die Einhaltung und staatliche Kontrolle der Marktregeln vertrauen können.

Die Verbände der deutschen Speditions-, Transport und Logistikbranche AMÖ, BIEK, BGL, BWVL und DSLV erklären daher:

Fairness geht vor!

Ein faires Miteinander auf dem Güterverkehrsmarkt in Deutschland ist gekennzeichnet von der Einhaltung des Wettbewerbsrechts. Um den Markt nachhaltig zu schützen und die Leistungsfähigkeit des gesamten Logistiksektors zu erhalten, bekennen sich die Unterzeichner zu fairem Miteinander, rufen alle Marktteilnehmer auf, sich stets von diesem Prinzip leiten zu lassen und appellieren an die Aufsichtsbehörden, ihrer Verpflichtung zur Wahrung und Stärkung des Wettbewerbsmarktes gerecht zu werden.  Damit halten wir auch künftig die Versorgungssicherheit aufrecht.

 

Foto: ©THATREE - stock.adobe.com

Positionspapier: Impulse für ein Konjunkturprogramm infolge der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft und die Gesellschaft weltweit vor Herausforderungen gestellt - spürbar selbstredend auch in der überwiegend mittelständisch geprägten deutschen Transport- und Logistikwirtschaft. Um die teils heftigen Folgen abzufedern und die Existenz der Unternehmen auch über die Krise hinaus zu sichern, regen die Verbände AMÖ, BGL und BWVL folgende Maßnahmen für ein Konjunkturpaket an:

Steuern und Abgaben

  • Absenkung der Kfz-Steuer / Schaffung der EU-rechtlichen Voraussetzungen hierfür rückwirkend ab März 2020, da Fahrzeuge durch z.T. 100%-igen Auftragseinbruch vielfach nicht eingesetzt werden konnten
  • Gewerbediesel / Energiesteuererstattung
  • Sonderabschreibungen / Wahlrecht degressive Abschreibung, z.B. bei der Fahrzeuganschaffung
  • Absenkung der Gewerbesteuer mit Unterstützung des Bundes
  • Absenkung der Mehrwertsteuer
  • Erhöhung des Steuerfreibetrages für Arbeitnehmer für 2020 und 2021 um 3.000 Euro.

Förderung

  • Höhere Förderung zur Anschaffung emissionsarmer Nutzfahrzeuge für Straßengüterverkehrsunternehmen (in Ergänzung zum EEN-Programm) durch 100%-igen Mehrkostenkostenausgleich ggü. Verbrennungsmotor mit neuester Schadstoffklasse (Euro VI – Diesel).
  • Höhere Zuschüsse zur Fahrzeugumrüstung mit Bezug Verkehrssicherheit und Umwelt - Sonderprogramm unabhängig von De-Minimis für: Abbiegeassistenten für alle Lkw-Klassen, Umrüstung von Diesel-Lkw auf alternative Antriebe, elektrische Antriebsachse für Auflieger / Rekuperation, aerodynamische Anbauten, energieeffiziente Reifen / Winterreifen, Reifendruckkontrollsysteme, etc.
  • Neues Förderprogramm Fahrergewinnung - alles für einen guten Arbeitsplatz:
    • Umbau Fahrerhaus für mehr Komfort,
    • Verbesserung der Ausstattung für guten und sicheren Fahrerarbeitsplatz, Standklimaanlagen, etc.
  • Förderung Digitalisierung in Unternehmen (Hard- und Software auch für Home-Office) und Fahrzeugen inkl. Qualifikationsmaßnahmen
  • Fortführung / Aufstockung des BAFA-Programms „Förderung unternehmerischen Know-hows“ zur schnellen und unbürokratischen Förderung der Unternehmensberatung
  • Sonderförderprogramm für KV-Equipment i.v.m. Erhöhung der zGM für Sattelzugkombinationen mit kranbaren Aufliegern um grds. 1t
  • Zinslose Kredite bzw. zinsverbilligte Kredite unabhängig von einem Liquiditätsengpass durch Corona auch für 2021
  • Erhöhung Mautharmonisierungsmittel und Übertragung nicht abgerufener Mittel ins Jahr 2021
  • Förderung Betriebshofkonzept Parkplatzbereitstellung (Förderung von privaten Betreibern, um auf Betriebshöfen Lkw-Stellplätze zu schaffen)
  • Förderung von Gas-/ E-Tankstellen auf dem Betriebsgelände

 

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

Foto: ©beeboys - stock.adobe.com

Abschaffung Fahrverbot an nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen

In der Covid-19-Krise hat sich die Speditions-, Transport- und Logistikbranche erneut als systemrelevant und als Garant für stabile Lieferketten bewiesen. Dabei hat sich auch gezeigt, dass logistische Prozesse in einem zur Bewältigung der Krise deregulierten Ordnungsrahmen einzel- und gesamtwirtschaftlich deutlich effizienter gestaltet werden können.

Ein Beispiel für eine unnötig enge Regulierung ist die Ergänzung der Feiertagsfahrverbote an bundeseinheitlichen Feiertagen durch Fahrverbote an nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen. Diese behindern die Lieferketten, erschweren unverhältnismäßig die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer und die Planungsaufgaben der Disponenten. Die regional unterschiedlichen Regelungen führen insgesamt zu vermeidbaren sozialen, ökonomischen und ökologischen Belastungen für die Wirtschaft, ihre Beschäftigten und die Gesellschaft.

Die hier genannten Verbände unterstützen deshalb ausdrücklich die Bundesratsinitiative Schleswig-Holsteins zur Aufhebung der Lkw-Fahrverbotsregelung gemäß § 30 Straßenverkehrsordnung (StVO) an den nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen Fronleichnam, Reformationstag sowie Allerheiligen (BR-Drucksache 224/20).

Durch eine Abschaffung der Lkw-Fahrverbots an nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen

  1. werden unnötige Zwangspausen auf überlasteten Autobahnparkplätzen sowohl für Lkw-Fahrer, die in Bundesländern ohne Feiertage beschäftigt sind, als auch für Fahrer, die an der endgültigen Erreichung ihres Heimatortes in einem Bundesland mit Feiertag gehindert werden, vermieden;
  2. werden Staus auf Ausweichstrecken und Überlastungen von Lkw-Parkplätzen während der Feiertage sowie Verkehrsverdichtungen vor und nach Feiertagen aufgelöst;
  3. werden Planungsaufwand und -komplexität der Lieferketten für inländische und ausländische Logistikunternehmen reduziert;
  4. wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft durch einen Abbau von Lieferverzögerungen, Zeitverlusten und Mehrkosten für Industrie, Handel und Logistik mit teilweise systemrelevanten Aufgaben verbessert;
  5. wird die die öffentliche Hand durch Deregulierung und Entbürokratisierung entlastet, weil Verwaltungsressourcen für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen, Transiterlassen etc. entlastet werden;
  6. wird die Speditions- und Logistikbranche bei der Erreichung der Klimaziele unterstützt, indem Emissionen verursachende Umfahrungen um „Feiertagsbundesländer“ unterbleiben.

Die hier genannten Verbände bitten dringend, dem Vorschlag des Landes Schleswig-Holstein im Bundesrat zuzustimmen.

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.

Foto: AdobeStock_POTOGRAPHY MARCUS M

Positionspapier: StVO-Novelle bedarf der Korrektur

Die Logistikverbände AMÖ, BGL, BIEK, BWVL, BSK, DSLV und TD begrüßen die mit der jüngsten StVO-Novelle verfolgte Intention einer Stärkung der schwächeren Verkehrsteilnehmer und einer Verbesserung der Sicherheit der Mobilität. Dies gilt grundsätzlich hinsichtlich des besseren Schutzes von Radfahrern ebenso wie bezüglich der verschärften Sanktionen im Zusammenhang mit der Nichtbildung oder unerlaubten Nutzung von Rettungsgassen. Bei einigen Regelungsgegenständen schießen die Neuregelungen indessen über das angestrebte Ziel hinaus. Folgende Punkte führen nach Ansicht der Verbände für den Wirtschaftsverkehr zu erheblichen Schwierigkeiten und bedürfen baldmöglichst der Korrektur.

Halte- und Parkverbot

Die StVO-Novelle sieht erhöhte Geldbußen insbesondere für das verbotswidrige Parken auf Geh- und Radwegen sowie das nunmehr unerlaubte Halten auf Schutzstreifen und das Parken und Halten in zweiter Reihe vor. Für diese Verkehrsverstöße wurden die Geldbußen auf bis zu 110 Euro erhöht. Bei schwereren Verstößen ist darüber hinaus jetzt der Eintrag eines Punktes in das Fahreignungsregister vorgesehen, wenn durch das verbotswidrige Parken oder Halten in zweiter Reihe und auf Fahrradschutzstreifen oder Parken auf Geh- und Radwegen andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden etc. Die Einstufung des Verstoßes soll durch die zuständigen Behörden vor Ort erfolgen. Diese Neuregelung stellt den Lieferverkehr und die urbane Logistik vor in aller Regel kaum lösbare Probleme, wenn die Anlieferung im innerstädtischen Bereich vorgenommen werden soll. Dies gilt grundsätzlich für die Versorgung der Innenstädte, sei es bei der Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels, der Gastronomie, des Handels mit Waren, bei der Paket- und Warenzustellung für einzelne Haushalte, die Belieferung von Baustellen (die oftmals mit einer geänderten Verkehrsführung einhergehen, die der Fahrer vorher nicht kennen kann), wie auch die Belieferung von Haushalten oder Unternehmen und Behörden mit Heizöl oder Flüssiggas, wo wegen der begrenzten Länge der Füllschläuche ein Parken auf Fahrradschutzstreifen und Gehwegen im städtischen Raum und eine damit einhergehende Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer vielfach unvermeidbar ist und für Umzüge. Durch diese Neuregelung sind die Lkw-Fahrer, deren Job es ist uns tagtäglich eine Ver- und Entsorgung für die Gesellschaft sicherzustellen, ständig der Gefahr ausgesetzt, möglicherweise binnen kurzer Zeit die den Entzug der Fahrerlaubnis auslösenden 8 Punkte im Fahreignungsregister akkumuliert zu haben – und damit die Grundlage für die berufliche Existenz zu verlieren. Ein Verweis allein auf den Opportunitätsgrundsatz ist insoweit nicht zielführend, weil dann gleichwohl zunächst ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen das Fahrpersonal eingeleitet wird, dessen Ausgang ungewiss bleibt. Für die betroffenen Fahrer muss dieses Verfahren letztlich als willkürlich erscheinen, nicht zuletzt, da davon auszugehen ist, dass Verfahren unterschiedlich ausgehen. Insgesamt erscheint diese Sanktionsdrohung unverhältnismäßig. Aus diesem Grund muss zwingend eine Ausnahmeregelung in die Verordnung aufgenommen werden, um diese Missstände unserer bestehenden Infrastruktur nicht zusätzlich zu Lasten der Lkw-Fahrer auszutragen und in der Konsequenz die Versorgung der Bevölkerung unmöglich zu machen.

Sicherheitsabstand von 1,5 bzw. 2 Meter beim Überholen

Die Festlegung eines Sicherheitsabstandes auf mindestens 1,5 m beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer (insb. Radfahrer) innerorts bzw. 2 m außerorts nach § 5 Abs. 4 S. 3 StVO dient aus Sicht der Verbände nicht der Verkehrssicherheit. Die Einhaltung dieser Regelung ist auf Fahrspuren mit Gegenverkehr in vielen Fällen mangels ausreichender Breite der Fahrspur unmöglich und kommt daher einem faktischen Überholverbot gleich. Insbesondere innerorts auf Strecken mit höherem Verkehrsaufkommen stellt ein solches faktisches Überholverbot eine erhebliche Behinderung des Verkehrsflusses dar und führt zur Verunsicherung aller Verkehrsteilnehmer. Die Ersetzung des unbestimmten Rechtsbegriffs „ausreichender Seitenabstand“ durch einen starren Wert führt nicht zur Schaffung von mehr Rechtssicherheit. Die das Kraftfahrzeug Führenden können nicht sicher abschätzen, den Abstand genau einzuhalten. Sinnvoller ist der unbestimmte Rechtsbegriff wie bisher, der von der Rechtsprechung auf einen Mindestabstand „in der Regel“ von 1,5 m innerorts konkretisiert wurde. Diese bisherige Regelung trug dazu bei, dass bei der Beurteilung eines Verstoßes gegen die Abstandsregel den jeweiligen konkreten Umständen des Einzelfalls Rechnung getragen werden konnte. Im Streitfall ist der unbestimmte Rechtsbegriff von den Gerichten voll überprüfbar. Hinzu kommt, dass die neue Regelung keine Ausnahme für die Fälle enthält, bei denen Radfahrende Kraftfahrzeuge bei zähfließendem Verkehr mit sehr langsamen Geschwindigkeiten rechts überholen. § 5 Abs. 4 S. 4 i.V.m. § 5 Abs. 8 StVO bestimmt eine solche Ausnahme lediglich für den Fall von an Kreuzungen oder Einmündungen wartenden (d.h. stehenden) Kraftfahrzeugen. Beschleunigen die Kraftfahrzeuge, so ist eine Einhaltung der Abstandsgebote nach § 5 Abs. 4 S. 3 in vielen Fällen nicht möglich.

Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Die Absenkung der ein 1-monatiges Fahrverbot auslösenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf 21 km/h innerorts und 26 km/h außerorts begegnet ebenfalls Bedenken der Logistikverbände. Ein einmaliges Übersehen eines die innerörtliche Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzenden und möglicherweise verdeckten Schildes kann für die Verkehrsteilnehmer, die mit gut 50 km/h nach eigener Ansicht innerorts zulässig unterwegs sind, bereits zu einem Fahrverbot führen. Die bis zum 27. April 2020 geltende Regelung, die die Grenze bei einer Überschreitung um 31 km/h gesetzt hatte, hatte demgegenüber regelmäßig die Fälle erfasst und sanktioniert, in denen die innerörtliche Regel-Höchstgeschwindigkeit von 50km/h bereits deutlich überschritten war. Auch diese erheblich verschärfte Sanktion verstößt nach Ansicht der Verbände gegen das Verhältnismäßigkeitsgebot. Die neue Fahrverbotsgrenze wird dazu führen, dass wesentlich häufiger als bisher Fahrverbote verhängt werden. Unternehmen, die Wirtschaft und Bevölkerung täglich mit Waren und Gütern aller Art beliefern, würden hierdurch vor dem Hintergrund der zunehmenden Fahrerknappheit vor kaum lösbare Personalprobleme gestellt.

Behördenzuständigkeit

Die Regelungen zur Änderung der örtlichen Zuständigkeit bei Erteilung von Erlaubnissen oder Genehmigungen für den Großraumund Schwerverkehr und bei Ausnahmeerteilungen etwa vom Sonnund Feiertagsfahrverbot wird nachteilige wirtschaftliche Folgen für die Antragsteller wie auch für die Auftraggeberseite haben. Durch die Reduzierung der Zuständigkeiten wird es zu einer Überlastung der hierfür personell nicht ausgestatteten Verkehrsbehörden kommen, was die behördlichen Bearbeitungszeiten erheblich verlängern wird. Dies steht auch im Gegensatz zu den im Koalitionsvertrag (Seite 83, Zeile 3840/3841) festgehaltenen Ziel, die Genehmigungspraxis für den Großraum- und Schwerverkehr zu beschleunigen und zu verbessern. Unser Appell an das BMVI ist, sich dafür einzusetzen, dass zusätzlich zur Behörde am Beginn oder Ende des Transportes wenigstens wieder die Behörde zuständig wird, in deren Bezirk das den Transport durchführende Unternehmen seinen Sitz hat. Mit dieser Formulierung wäre auch gewährleistet, dass der von einigen Akteuren befürchtete sogenannte „Antragstourismus“ nicht eintritt.

CB-Funk

Analog zu der aktuell getroffenen Verlängerung der Übergangsfrist bei Großraum- und Schwertransporten um ein Jahr mit der Begründung der fehlenden technischen Voraussetzung für eine Freisprechanlage bei CB-Funk sehen wir es als notwendig an, diese Übergangsfrist generell auch für alle konventionellen Transporte zu Seite 5/6 verlängern. Gerade auch im Zuge der Auswirkungen der COVID- 19-Pandemie ist der kontaktlose Funkverkehr das wichtige Kommunikationsmittel für unsere systemrelevanten Lkw-Fahrerinnen und Fahrer.

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Logistikbranche fordert verbindliche Perspektiven für emissionsarme Lkw

Die Speditions-, Transport- und Logistikbranche erwartet von der Politik und den Fahrzeugherstellern eine klare Perspektive für die zukunftsfähigen Antriebstechnologien des Straßengüterverkehrs. Die Phase, in der das Ringen der Herstellerindustrie und der Energieanbieter um zukünftige Marktanteile als strategische Ausrichtung gesehen wurde, muss jetzt abgeschlossen werden und verbindlichen Perspektiven für die Logistikbranche weichen. Die Forderung nach Technologieoffenheit darf sich nicht in der bisherigen Henne-und-Ei-Diskussion über die zukünftige Antriebstechnologie erschöpfen. Darin sind sich die Speditions-, Transport- und Logistikverbände AMÖ, BIEK, BGL, BWVL und DSLV einig.

Die Logistikbranche in Deutschland bekennt sich zu den ehrgeizigen Klimazielen 2030. Für deren Erreichen ist die Angebotspalette emissionsarmer und gleichzeitig marktfähiger Nutzfahrzeuge nach heutigem Stand jedoch noch deutlich zu klein. Statt fortgesetzter, teils auch ideologisch geprägter Diskussionen müssen die dringend notwendigen Wachstums- und Konjunkturimpulse für die Wirtschaft in der Nach-Corona-Zeit gleichermaßen gesetzt und mit richtigen Anreizen die Verkehrswende beschleunigt werden. Die Branche braucht jetzt verbindliche Perspektiven sowie Definitionen und Wegmarken des Entwicklungspfades.

Der Beschluss des Bundestags vom 14. Mai 2020, CNG- und LNG-betriebene Nutzfahrzeuge bis zum 31. Dezember 2023 von der Lkw-Maut im Rahmen einer Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes zu befreien, ist deshalb ein richtiges und wichtiges Signal für die Logistikbranche und die Herstellerindustrie. Für diese Brückentechnologie besteht nun Planungssicherheit, wodurch die dringend erforderliche Investitionsbereitschaft in diese Technik steigt.

Für die Zeit danach bedarf es schon bald verbindlicher Signale, welche emissionsarme Technologie den Diesel-Lkw ablöst. Nur so kann die Logistikbranche ihrem Versorgungsauftrag für Industrie, Handel und Bevölkerung und ihrem Klimaschutzbeitrag in den nächsten zehn Jahren gleichzeitig gerecht werden.

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

Foto: ©Thomas Reimer - stock.adobe.com

CNG/LNG: Logistikverbände begrüßen Verlängerung der Mautbefreiung

Die deutschen Logistikverbände begrüßen die gestern vom Bundestagsverkehrsausschuss beschlossene Verlängerung der Mautbefreiung für CNG-/LNG-Fahrzeuge bis Ende 2023. Sie ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Planungssicherheit für Investitionen in alternative Antriebe. Der Einsatz von CNG/LNG liefert als Brückentechnologie und derzeit einzige am Markt verfügbare Diesel-Alternative für schwere Nutzfahrzeuge bereits heute einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor.

Um die für 2030 gesetzten Klimaziele zu erreichen, sind jedoch weitere Antriebstechnologien erforderlich, die beim Einsatz in der systemrelevanten Transportwirtschaft wesentlich umfangreichere Treibhausgasreduktionen ermöglichen. Diese Technologien müssen, um ihr volles Potenzial entfalten zu können, auf die praktischen Erfordernisse im betrieblichen Alltag der Transport- und Logistikunternehmen abgestimmt sein. Hierzu regen die deutschen Logistikverbände zeitnah einen Nutzfahrzeuggipfel im Bundeskanzleramt an.

 

Die Verbände:
Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

 

Foto: Taina Sohlman | stock.adobe.com

AMÖ unterstützt Brancheninitiative #Logistikhilft

#Logistikhilft ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Logistics Alliance Germany (LAG), des Fraunhofer IML und des gemeinnützigen Vereins DocStop/SaniStop. Schirmherren der Initiative sind Bundesminister Andreas Scheuer und der Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger. Ziel der Initiative ist es, alle in Transport und Logistik operativ Tätigen zu unterstützen und damit die Versorgung von Gesellschaft und Wirtschaft sicherzustellen. Dies gilt vor allem mit Blick auf faire und angemessene Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer.

Welchen Auftrag hat #Logistikhilft konkret?

#Logistikhilft soll eine offene Plattform für alle Anbieter und Nachfrager von Transport- und Logistikdienstleistungen sein, die einerseits bereits existierende Hilfsaktionen fördert und andererseits neue Aktionen ins Leben ruft. Ausgangspunkt der Brancheninitiative sind die gewaltigen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Gerade jetzt sind viele Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer in besonderem Maße auf einen lückenlosen Zugang zu sanitären Anlagen (Duschen und WCs) angewiesen. Dies gilt insbesondere an den Be- und Entladestellen, in Umschlaganlagen und Logistikzentren, an Parkplätzen, Autohöfen sowie Tank- und Rastanlagen. Um dies auch abseits der Bundesautobahnen flächendeckend zu ermöglichen und dem Lkw-Fahrpersonal damit angemessene Arbeitsbedingungen garantieren zu können, widmet sich #Logistikhilft in einem ersten Projekt dieser Herausforderung. Darüber hinaus besteht das gemeinsame Grundverständnis darüber, dass #Logistikhilft keine einmalige Aktion darstellt, sondern auch zukünftig denjenigen Unterstützung bieten soll, die sie benötigen.

Die Initiatoren von #Logistikhilft rufen daher alle Akteure aus Handel, Industrie, Straßengüterverkehrswirtschaft, Speditionen, Reedereien, Luftfracht-Carrier, Eisenbahnverkehrsunternehmen, See- und Binnenhäfen, KV-Umschlaganlagen, KEP-Dienstleister, Parkplatzbetreiber, Rast- und Autohofbetreiber, Tankstellenbetreiber sowie alle interessierten Unternehmen und auch Verbände dazu auf, sich zu beteiligen, um die reibungslose Funktionsfähigkeit der gesamten Logistik und der Lieferketten zu unterstützen.

Konzept

Nutzung bestehender Ressourcen

Um die Leistungsfähigkeit der Logistikwirtschaft zu garantieren und dem Prädikat „Logistics made in Germany" gerecht zu werden, sollte zunächst an allen Be- und Entladestellen der Zugang zu sanitären Einrichtungen für Lkw-Fahrpersonal gewährleistet sein. Hier ist jeder Logistikstandort in der Bringschuld, um be- oder entladenden Lkw-Fahrern ein angemessenes Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Darüber hinaus sind alle anderen Akteure aufgerufen, Lkw-Fahrerpersonal nach Möglichkeit einen freien Zugang zu ihren vorhandenen Duschen und WCs zu gewähren. Auf diese Weise können die bereits bestehenden (sanitären) Ressourcen ausgeschöpft und die Situation für das Fahrpersonal bereits deutlich verbessert werden. Hier regt die Initiative an, sich an der Aktion SaniStop – die Hygiene-Aktion von DocStop – zu beteiligen und dort listen zu lassen.

Beschaffung und Aufstellen von Dusch- und WC-Containern

Um an den Stellen, an denen ein Zugang zu sanitären Einrichtungen für Lkw-Fahrpersonal nicht ermöglicht werden kann, einen solchen gleichwohl zu gewährleisten, organisiert die Brancheninitiative ergänzend die Beschaffung und Aufstellung von Dusch- und WC-Containern. Die Abwicklung erfolgt über den Verein DocStop / SaniStop und den BGL.

Finanzierung

Zur Finanzierung haben sich Vertreter aus der Transportwirtschaft, Industrie und Handel bereiterklärt, die Brancheninitiative zu unterstützen. All jene, die sich der Aktion anschließen möchten, sind herzlich aufgerufen, sich einzubringen – ideell, mit Sach- oder Geldzuwendungen. Ein Kuratorium entscheidet über die Verwendung der Mittel und überwacht deren Bestimmungsmäßigkeit. Es tagt unter dem Vorsitz des Koordinators der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Bilger, und setzt sich zusammen aus Vertretern des BGL und der Erstunterstützer.

Hilfskonto:
Kreissparkasse Steinfurt
IBAN:  DE80 4035 1060 0073 1743 44
Kontoinhaber: DocStop e.V.
Betreff: Logistikhilft

Anfragen an: Logistikhilft@bgl-ev.de

Weitere Maßnahmen

Folgende weitere, nicht abschließend zu verstehende Maßnahmen werden von #Logistikhilft zur Umsetzung des Auftrages der Initiative ins Auge gefasst:

  • Beschaffung und Bereitstellung von Atemschutzmasken, Wasch-, Dusch- und Desinfektionsmitteln
  • Versorgung von Fahrpersonal (z.B. Hilfs- / Verpflegungspakete in Stau-Situationen)
  • Vermittlung von Gutscheinen für die Fahrt zum/vom Arbeitsplatz sowie zu nächstgelegenen Sanitäranlagen für Lkw-Fahrpersonal über Taxi- und / oder Mietwagengesellschaften

Lockdown-Exit: Forderungen der Logistik

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sind enorm und werden weitreichende Folgen für die Wirtschaft haben. So prognostizieren die fünf führenden deutschen Wirtschaftsinstitute einen Einbruch des BIP um mindestens 4,2 Prozent. Die Bundesregierung hat in dieser herausfordernden Situation schnell und beherzt reagiert und mit vielen wichtigen und richtigen Maßnahmen der deutschen Wirtschaft unter die Arme gegriffen. Dafür zollt die Logistikbranche der Bundesregierung Respekt und Anerkennung.

Auch in der gegenwärtigen Situation halten die Logistiker die Lieferketten aufrecht und beliefern private Empfänger zuverlässig mit Lebensmitteln, lebenswichtigen Medikamenten sowie weiteren Gütern des täglichen Lebens. Gewerbliche Empfänger erhalten nach wie vor zuverlässig ihre Waren.

Doch Gesellschaft und Wirtschaft können nicht dauerhaft im Krisenmodus verharren. Jetzt ist es notwendig, den Blick nach vorne zu richten und Strategien für eine Wiederbelebung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zu entwickeln, um die volkswirtschaftlichen Schäden so gering wie möglich zu halten und zu verhindern, dass die Abwärtsdynamik noch über die mit der weltweiten Finanzkrise 2009 verbundenen hinausgeht.

Der Schutz der Gesundheit darf nicht den Blick dafür verstellen, dass tiefgreifende wirtschaftliche und ggf. damit verbundene soziale Krisen ebenfalls die Gesundheit und das Leben vieler gefährden. Daher muss unser Gesundheitssystem mit dem wirtschaftlichen Leben im Gleichgewicht funktionsfähig bleiben.

Um die Wirtschaft zurück auf den Pfad einer sich selbst tragenden Dynamik zu bringen, halten wir folgende Rahmenbedingungen für wichtig:

  1. Bund und Länder müssen für den Exit aus dem Lockdown unbedingt einheitliche Regeln und Verfahren erarbeiten, um bundesweit einen möglichst reibungslosen Prozess zu starten.
  2. Sämtliche Maßnahmen müssen umsichtig und verhältnismäßig geplant werden, um die Gefahr eines erneuten Lockdown zu minimieren.
  3. Die verschiedenen Wirtschaftszweige müssen zügig, differenziert und schrittweise sowie unter Beachtung der notwendigen Schutzmaßnahmen reaktiviert werden.
  4. Politik und Wirtschaft sollten die in der Krise freigesetzten Potenziale nutzen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Digitalisierung die Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft steigern kann. Gigabitfähige Netze und ein moderner Regelungsrahmen müssen zügig ausgebaut werden.

Konkret schlagen wir folgende Schritte vor:

  1. Nach und nach müssen weitere Bereiche des Einzelhandels und anderer geeigneter Dienstleitungsbereiche öffnen, um das gesellschaftliche, aber auch das wirtschaftliche Leben wieder in Gang zu setzen. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass wirksame Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung in diesem Bereich recht einfach umsetzbar sind.
  2. Schulen und Kindertagesstätten sollten, soweit epidemiologisch vertretbar, schnellstmöglich geöffnet werden, um zu gewährleisten, dass Eltern ihrer Berufstätigkeit uneingeschränkt nachgehen können.
  3. Unternehmen, die über einen hohen Automatisierungsgrad verfügen, sollten rasch ermutigt werden, den Betrieb wieder aufzunehmen, soweit die Produktionsverfahren und Dienstleistungen mit geringer Ansteckungsgefahr einhergehen.
  4. Dasselbe gilt für Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, die in hohem Maße mit Zulieferbetrieben verflochten sind. Wenn nötig, sollten die Unternehmen Unterstützung dabei erhalten, den Betrieb wieder anzufahren.
  5. Auch Unternehmen mit großer Wertschöpfung sollten politische Rahmenbedingungen vorfinden, die sie bei der Wiederaufnahme des Betriebs fördern. Denn sie schaffen Mehrwert in großem Umfang, aus dem die dringend erforderlichen Investitionen finanziert werden können.
  6. Die Bundesregierung sollte ein Investitionsprogramm zur effektiven Beschleunigung des Gigbabitausbaus und der Förderung von nachhaltigen Antrieben auflegen.

Zuverlässiger Partner

Die Logistikwirtschaft ist stets ein zuverlässiger Partner von Politik und Gesellschaft. Unsere Mitgliedsunternehmen halten Waren und Güter in Bewegung und die Konjunktur am Laufen. Wirtschaft und Politik müssen jetzt gemeinsam an der Überwindung der Krise arbeiten und tragfähige Lösungen finden. Dafür ist es erforderlich, die Logistikbranche weiterhin in den laufenden Abstimmungsprozess einzubinden.

 

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AMÖ unterstützt Webportal „Gemeinsam Handeln“

Vor dem Hintergrund struktureller Ungleichgewichte in einzelnen Transportsegmenten – z. B. Überkapazitäten in der Automobillogistik und überproportionaler Bedarf im Lebensmittelbereich – ist es dringend nötig, Transportangebot und -nachfrage zu „matchen“.

Um die Funktionsfähigkeit der Lieferketten auch weiterhin flächendeckend zu ermöglichen, haben die Logistikverbände AMÖ, BGL, BIEK, BWVL und DSLV eine Zusammenarbeit mit dem Handelsinstitut EHI und dem Handelsverband Deutschland (HDE) e.V. vereinbart. Die beiden Handelsorganisationen hatten – ähnlich wie zuvor die Landwirtschaft – am vergangenen Donnerstag das Webportal „Gemeinsam Handeln“ gestartet. Ursprünglich für die Marktpersonalsuche von Handelsunternehmen vorgesehen, wurde das Portal nun um die Suche nach Logistikkapazitäten erweitert. Handelsunternehmen, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie kurzfristig und zeitlich begrenzt Kapazitäten suchen, werden mit Unternehmen mit freien Fahrzeugen, Lagerflächen und verfügbarem Logistikpersonal vernetzt. Ganz entscheidend: „Gemeinsam handeln“ soll ausdrücklich keine bereits bestehenden Plattformen zur Personalakquise ersetzen, sondern ist als Tool für die schnelle und unkomplizierte gegenseitige Hilfe während der Corona-Krise beschränkt und neutral!

Teilnahme an der Plattform

Um an der Plattform „Gemeinsam Handeln“ teilzunehmen, können sich interessierte Handelsunternehmern an das EHI und den HDE, interessierte Logistikunternehmen an ihre Branchenverbände wenden.

Die beteiligten Logistikverbände sprechen dem EHI und dem HDE einhellig ihren Dank für die rasche Anbindung des Transport- und Logistikbereichs auf der Plattform und die ausgesprochen pragmatische Unterstützung zur rechten Zeit aus.

Umzugsspeditionen stehen an der Seite ihrer Kunden

Das Ende des ersten Quartals ist ein Datum, zu dem viele Menschen ihren Umzug geplant haben. Aufgrund der aktuellen Situation durch die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 ist bei vielen Kunden die Unsicherheit groß, ob der Umzug wie geplant stattfinden kann.

„Umziehende müssen sich derzeit wegen ihres Umzugs keine Sorgen machen“, stellt Dierk Hochgesang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. fest. Das gilt jedenfalls für Umzüge, die innerhalb Deutschlands geplant sind. Die von der Bundesregierung im Einvernehmen mit den Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 bewertet der Verband als sehr wichtig, dennoch können die Möbelspeditionen im Regelfall auch unter den veränderten Bedingungen weiterarbeiten. Es gelten zwar Einschränkungen und Auflagen, die selbstverständlich auch die Möbelspeditionen bei der Durchführung ihrer Aufträge einhalten, die Leistungen können aber dennoch erbracht werden.

AMÖ-Umzugsprofis springen auch kurzfristig ein

Umziehende, die für ihren Umzug bereits einen Auftrag an eine Möbelspedition erteilt haben, dürfen darauf vertrauen, dass dieser auch ausgeführt wird. Personen, die geplant hatten, mit der Hilfe von Freunden und Familie umzuziehen, müssen jetzt teilweise feststellen, dass dies möglicherweise nicht realisiert werden kann. Auch diesen Personen kann häufig noch kurzfristig geholfen werden, da teilweise Unternehmen ihre geplanten Firmenumzüge aufgrund der besonderen Situation auf unbestimmte Zeit verschoben oder ganz abgesagt haben. Für neue Aufträge ist allerdings eine stärkere Zuarbeit der Umziehenden zur Ermittlung des Aufwandes erforderlich.

Der Verband der Möbelspediteure weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es bei der Durchführung der Umzüge zu einigen ungewöhnlich erscheinenden Maßnahmen kommen kann. Die Unternehmen müssen die möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Kunden und die ihrer Mitarbeiter und deren Familien zu schützen. Dadurch kann auch teilweise ein höherer Aufwand entstehen, der bei der Vereinbarung des möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der Kunden und die ihrer Mitarbeiter und deren Familien zu schützen. Dadurch kann auch teilweise ein höherer Aufwand entstehen, der bei der Vereinbarung des Auftrags noch nicht absehbar war. Auch können die Möbelspediteure teilweise die eingesetzten Verpackungsmaterialien aus Gründen der Hygiene nicht mehr zurücknehmen. Diese müssen ggf. anschließend vom Kunden selbst entsorgt werden.

Da auch die Unternehmen die Vorgaben zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Virus sehr ernst nehmen und einhalten, kann es bei der Durchführung des Umzugs einige Änderungen zum ursprünglich geplanten Ablauf geben. Hochgesang bittet dafür um Verständnis. „Die Gesundheit unserer Kunden und unserer Mitarbeiter in den Möbelspeditionen und ihrer Familien ist für uns ebenso wichtig wie unser Beitrag, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.“

Hochgesang weist darauf hin, dass es bei Umzügen in andere Länder allerdings zu gravierenden Problemen kommt. In viele europäische Länder sind Umzüge derzeit nicht möglich. Ganz besonders gilt dies für Überseeumzüge. Falls solche Umzüge geplant sind, sollten sich die Umziehenden möglichst zeitnah mit ihrer Möbelspedition abstimmen, um sinnvolle Lösungen zu finden.

Empfehlungen für Umziehende

Der Verband empfiehlt umziehenden Kunden, mit eigenen Maßnahmen zum reibungslosen Ablauf des Umzugs auch unter den gegenwärtigen erschwerten Bedingungen beizutragen.

  • Wenn Sie selbst oder Mitglieder Ihrer Familie bzw. des unmittelbaren Umfeldes selbst eine Infektion erlitten haben oder ein Verdacht besteht, oder Angehörige des Haushaltes sich in letzter Zeit in einer dem vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Regionen aufgehalten haben, informieren Sie unbedingt im Vorfeld Ihren Möbelspediteur. Dieser wird mit Ihnen prüfen, ob der Umzug wie geplant stattfinden kann, oder ob eine Verschiebung des Umzugstermins in diesem Fall sinnvoller ist.
  • Da auch die Mitarbeiter in den Verwaltungen derzeit teilweise nur eingeschränkt arbeiten können, kann es sein, dass Halteverbotszonen für den Umzugs-Lkw nicht wie geplant eingerichtet werden können. In diesem Fall wird Ihr Möbelspediteur Sie rechtzeitig ansprechen, um eine andere Lösung zu suchen.
  • Viele Menschen arbeiten aktuell von zu Hause oder müssen Kinder betreuen. Es befinden sich deswegen mehr Fahrzeuge als sonst in den Wohngebieten. Wenn möglich, weisen Sie die Fahrzeugbesitzer darauf hin, dass Sie umziehen und diese bitte die Flächen für den erforderlichen Lkw freimachen.
  • Sie können zum besseren Ablauf beitragen, wenn Sie Oberflächen der Gegenstände in der Wohnung vor dem Umzug feucht mit Haushaltsreiniger wischen.
  • Wenn möglich, bereiten Sie einen Stellplan für die Möbel in der neuen Wohnung vor oder markieren Sie Abstellplätze für die Wohnung. So reduzieren Sie die Notwendigkeit, permanent in der Nähe der Mitarbeiter sein zu müssen.
  • Halten Sie bitte selbst die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygienemaßnahmen ein (Hust- und Niesetikette, Händeschütteln vermeiden, Hände waschen, körperlicher Abstand von mindestens 1,5 m, etc.).
  • In Ihrem eigenen Interesse und im Interesse auch der Gesundheit der Mitarbeiter, halten Sie Abstand zu den Mitarbeitern der Möbelspedition.
  • Ermöglichen Sie ausgiebiges Lüften während des Umzuges, sowohl in der alten als auch in der neuen Wohnung.
  • Ermöglichen Sie auch den Mitarbeitern der Möbelspedition den Zugang zu Waschgelegenheiten, sodass diese immer wieder ausreichend Gelegenheit zum Händewaschen haben.
  • Ermöglichen Sie den Mitarbeitern, eine Pause so einzulegen, dass sie dabei nicht mit anderen Personen in Kontakt kommen.

AMÖ schließt sich Gütertransportpakt an

Deutschland befindet sich in einem in jüngerer Zeit nicht dagewesenen Krisenmodus. Die Lieferketten sind heute unter Spannung, aber stabil. Die Verbände der Speditions-, Transport- und Logistikwirtschaft - AMÖ, BGL, BIEK, DSLV und BWVL - bekräftigen, dass die Unternehmen und Beschäftigten der Branche auch in dieser Ausnahmesituation die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft auf dem gewohnt hohen Niveau zuverlässig sicherstellen werden.

Die Helden der Logistikbranche sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Import- und Exportabteilungen, der Disposition, in den Umschlagsanlagen, in den Lägern und im vordersten Einsatz die Fahrerinnen und Fahrer von schweren Lkw im internationalen Fernverkehr, von leichten Lkw in der Regionalversorgung bis hin zu Kurierfahrzeugen in der Paketzustellung. Alle Beschäftigten sind derzeit mit hohem Engagement im Dauereinsatz, um die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und allen Gütern des täglichen Bedarfs sicherzustellen. Ihnen allen gebührt gerade in dieser außergewöhnlichen Situation in besonderem Maße Wertschätzung und Anerkennung – ob im Alltag oder in der politischen Betrachtung.

Wir werden die Versorgungssicherheit von Wirtschaft und Gesellschaft in diesen Krisenzeiten gewährleisten. Wir werden Lieferketten aufrecht halten.

Die hier genannten Verbände fordern die Politik auf, den Unternehmen der Branche und ihren Beschäftigten, insbesondere unseren Fahrerinnen und Fahrern gerade in der aktuellen Situation die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, um die Versorgung auf Spitzenniveau auch in Zukunft sicherstellen zu können. So ist die Aussetzung des Sonntagsfahrverbots zum Beispiel ein richtiger Schritt – sie muss aber unbedingt für den Transport sämtlicher Warengruppen gelten, damit nicht nur die Supermärkte gefüllt bleiben, sondern die Wirtschaft die Güter des täglichen Bedarfs auch weiterhin produzieren kann. Zudem muss die Politik dafür sorgen, dass der grenzüberschreitende Warenverkehr reibungslos passieren kann, um die Lieferketten weiterhin zeiteffizient und stabil zu halten. Dies ließe sich beispielsweise durch die Einrichtung von Green Lanes für Lkw an Grenzen, wie jüngst von der EU-Kommission vorgeschlagen, erreichen. Um den Informationsfluss und die Transparenz über die einzelnen z.T. lä  nderindividuellen Maßnahmen zu gewährleisten, ist dringend eine zentrale Bündelung der Informationen notwendig, z.B. in geeigneten Krisennotfallzentren.

Deutschland muss jetzt zusammenhalten, solidarisch diese Krise bewältigen und dabei die Zeit nach dem Coronavirus nicht aus dem Blick verlieren. Dazu wird die Speditions-, Transport- und Logistikbranche mit aller Kraft beitragen.

Deutsche Logistikverbände: Pakt zur Versorgung Deutschlands geschlossen

Die garantierte Versorgung der Unternehmen und der Einwohner Deutschlands ist das oberste Ziel der deutschen Logistikwirtschaft. Sie stellt die Be- und Auslieferung sicher und wird dabei vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt, weil die Mobilität der Güter in unserer arbeitsteiligen Wirtschaft systemrelevant ist.

Die Versprechen sind:

  1. Die Verbände der deutschen Speditions-, Transport und Logistikbranche AMÖ, BIEK, BGL, BWVL und DSLV sichern mit den ihnen angeschlossenen Unternehmen die Funktionsfähigkeit der Lieferketten von Industrie und Handel bis hin zum Endverbraucher und stellen flexibel, auch an den Wochenenden, in allen Bereichen die hierfür notwendigen logistischen Kapazitäten bereit.
  2. Wir wollen in schwierigen Zeiten für die Unternehmen in Deutschland Aufträge und Beschäftigung sichern. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sichert den Verbänden und den ihnen angeschlossenen Unternehmen zu, die mit Erlass vom 18. März 2020 für bestimmte Warengruppen getroffene Kabotageregelung auszusetzen. [Die befristete Aussetzung des Kabotageverbots sowie der Genehmigungspflichten für den gewerblichen Güterkraftverkehr wurde Ende März 2020 wieder aufgehoben. Damit wurde die alte Rechtslage wie vor dem 18. März 2020 wiederhergestellt.]
  3. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur stimmt sich weiterhin mindestens wöchentlich mit den Verbänden ab, um die Leistungsfähigkeit der Logistikwirtschaft und die Marktentwicklung zu analysieren und – falls erforderlich – schnell Maßnahmen in die Wege leiten zu können, damit die Versorgung in Deutschland weiter sichergestellt bleibt.

Die Versorgung der Unternehmen und Einwohner Deutschlands ist sichergestellt.

 

Die Verbände:

Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.
Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK)
Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) e.V.
Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

 

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